EUR/CAD bleibt im negativen Bereich, nachdem die täglichen Verluste verringert wurden, und handelt während der europäischen Handelsstunden am Montag um 1,6100. Das Währungspaar reduziert kürzliche Verluste, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts schwächerer Ölpreise unter Druck steht. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) Öl fällt um mehr als 1% und handelt zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 56,50 USD pro Barrel.
Händler bewerten die Folgen des US-Angriffs auf Venezuela, während die Märkte die Risiken für das regionale Rohölangebot abwägen. Einige Analysten erwarten jedoch nur begrenzte Störungen und weisen darauf hin, dass Venezuela weniger als 1 Million Barrel pro Tag produziert, was weniger als 1% der globalen Produktion ausmacht.
Die Protokolle der Sitzung der Bank of Canada (BoC) im Dezember zeigen, dass die Entscheidungsträger zunehmend zuversichtlich in die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft sind, während sie angesichts ungewöhnlich hoher Unsicherheiten vorsichtig bleiben. Der Gouverneursrat hob die Handelspolitik hervor, insbesondere den bevorstehenden Überprüfungszeitraum des CUSMA im Juli, als ein zentrales Risiko für die Aussichten, neben der Unsicherheit darüber, wie sich die Wirtschaft an strukturelle Veränderungen im globalen Handel anpasst.
Das EUR/CAD-Paar könnte weiter an Boden gewinnen, da der Euro (EUR) gegenüber seinen wichtigsten Währungen Unterstützung finden könnte, angesichts der vorsichtigen Stimmung rund um die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die EZB ließ die Zinssätze im Dezember 2025 unverändert und deutete an, dass sie voraussichtlich für einen längeren Zeitraum auf diesem Niveau bleiben werden.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte nach der Beibehaltung der Zinssätze im Dezember 2025, dass die erhöhte Unsicherheit es schwierig mache, klare Hinweise auf zukünftige politische Entscheidungen zu geben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.