Meine fünf Börsenprognosen für 2026

Autor: Mitrade Team
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Der S&P 500 hat gerade sein drittes Jahr in Folge mit zweistelligen Zugewinnen abgeschlossen – ein Tempo, das Erwartungen (und Risiken) für 2026 erhöht. Treibende Kraft waren zuletzt vor allem KI-Aktien, die den Index im Zuge des Technologie-Hypes nach oben gezogen haben. Für 2026 dürfte sich der Markt aber stärker differenzieren: weniger „alles mit KI im Namen“, mehr Fokus auf Ergebnisse, Bewertung und Cashflow.

Ausgangslage: 2025 war ein KI-Jahr – und das sieht man an den Kursen

Im Rückblick auf 2025 ging die Wette auf KI als Renditetreiber sichtbar auf: Nvidia legte etwa 40% zu, Palantir Technologies rund 140%. CoreWeave sprang vom Börsengang im März bis Juni um mehr als 300%, gab später zwar wieder nach, lieferte aber dennoch einen kräftigen Jahresgewinn. Vor diesem Hintergrund lassen sich für 2026 ein paar plausible Leitplanken formulieren – ohne so zu tun, als gäbe es Garantien.

1) KI: Gewinner und Verlierer werden sichtbarer

In den letzten Jahren sind sehr unterschiedliche KI-Aktien gestiegen – sowohl Entwickler als auch Anwender. Teilweise konnten sogar Unternehmen ohne unmittelbare Profitabilität stark zulegen, schlicht weil sie „KI-Exposure“ boten.

2026 dürfte die Messlatte höher hängen: Nicht-profitable KI-Firmen können weiter laufen, aber Anleger werden im Schnitt mehr Belege sehen wollen – vor allem einen nachvollziehbaren Pfad zur Profitabilität und belastbare Perspektiven. Genau hier werden sich Gewinner und Verlierer stärker trennen. Große, etablierte Namen wie Nvidia oder Amazon sind in dieser Logik naheliegend, aber auch kleinere und jüngere Anbieter können profitieren – wenn Wachstum, Positionierung und Wettbewerbssituation stimmen.

Worauf es 2026 ankommt: Track Record, Konkurrenzdruck, und ob das Geschäftsmodell realistisch vom nächsten KI-Abschnitt profitiert – nicht nur von Schlagzeilen.

2) Der Markt wird 2026 nicht nur von KI getrieben

Auch wenn viele KI-Titel weiter Rückenwind bekommen: Der S&P 500 (mit Blick nach oben) dürfte nicht ausschließlich über KI laufen. Andere Sektoren – von Pharma bis hin zu konsumnahen Branchen – könnten relativ stärker performen und zum Indexanstieg beitragen.

Der Mechanismus dahinter ist banal, aber wichtig: Nach mehreren starken Jahren könnten frühe KI-Investoren Gewinne mitnehmen und Kapital in andere Bereiche umschichten. Wer 2026 sehr KI-lastig positioniert ist, wird daher allein aus Risikomanagement-Gründen gut daran tun, breiter zu streuen.

3) Dividenden rücken zurück ins Rampenlicht

Im KI-Rausch standen Dividendenwerte eher am Rand. Zwar zahlen auch einige große Tech-Konzerne Dividenden, die typischen „Ausschütter“ findet man aber häufiger in Branchen wie Healthcare, Konsumgüter oder Industrie.

Wenn 2026 stärker über Diversifikation gespielt wird, könnten Dividendenwerte als „Rendite mit Sicherheitsgurt“ attraktiver werden – passives Einkommen, unabhängig davon, ob der Markt gerade euphorisch oder nervös ist. In diesem Kontext werden häufig die „Dividend Kings“ genannt: Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 50 Jahre in Folge erhöht haben – ein Signal dafür, dass Ausschüttungspolitik dort nicht Beiwerk ist, sondern Teil der DNA.

4) Bewertungen könnten zurückkommen

Per 31. Dezember 2025 lag das Shiller CAPE (Shiller-KGV) des S&P 500 bei 39 – ein Niveau, das der Index in seiner Geschichte nur einmal zuvor erreicht hat. Das CAPE setzt Aktienkurse ins Verhältnis zu den über zehn Jahre geglätteten Gewinnen je Aktie und gilt als Bewertungs-Kompass, der kurzfristige Gewinnspitzen und -dellen ausblendet.

Wenn sich 2026 die Bewertungsdiskussion zuspitzt, könnten Anleger stärker auf „reasonable pricing“ umschalten – und damit das Bewertungsniveau insgesamt drücken. Das wäre kurzfristig unbequem, langfristig aber der Stoff, aus dem neue Einstiegsfenster entstehen.

5) Quantencomputing: Kursschübe sind möglich – aber mit langem Atem

Quantencomputing-Aktien sind zuletzt ebenfalls gestiegen, getrieben von Fantasie rund um eine Technologie, die Probleme lösen könnte, an denen selbst Supercomputer scheitern. Fortschritte gibt es sowohl bei Pure Plays wie IonQ als auch bei Tech-Giganten wie Alphabet – gleichzeitig bleibt es ein komplexes Feld, bei dem ein wirklich breit nutzbarer Quantencomputer noch Jahre entfernt sein kann.

Das macht die Story 2026 ambivalent: Der Durchbruch ist nicht zwingend „dieses Jahr“, aber schon Zwischenfortschritte können jederzeit Kursimpulse liefern. Wer Growth sucht, könnte einige solide Namen selektiv beimischen – mit der mentalen Einstellung, dass Volatilität hier nicht Bug, sondern Feature ist.

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