AMD Aktie auf der Überholspur: Der Aktienkurs des Tech-Unternehmens entwickelt sich rasant

12 Minuten
Aktualisiert um 24. Juni 2024 01:34
Mitrade Team
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Quelle: DepositPhotos

AMD ist einer der führenden Hersteller in der Halbleiterindustrie. Als US-amerikanisches Unternehmen hat sich AMD – Advanced Micro Devices – auf die Herstellung und den Vertrieb von Computerchips, Mikroprozessoren und Grafikprozessoren spezialisiert. Zudem entwickelt das Unternehmen System-on-a-Chip-Lösungen, also integrierte Chips, auf denen ein vollständiges System aus Prozessoren, Arbeitsspeicher, Speicher, E/As und vielem mehr verbaut ist.


Mit seinen innovativen KI-Beschleunigern MI300A und MI300X hat ADM zudem eine Schlüsselrolle im mehrere Hundert Milliarden Dollar schweren Markt der KI-Chips eingenommen. Die Chips wurden speziell für Arbeitslasten im Bereich der Künstlichen Intelligenz und des High-Performance-Computing entwickelt und bedienen damit einen äußerst zukunftsträchtigen Markt.


AMDs Geschäftsentwicklung in den Schlüsselmärkten

Nach einem Rekordumsatz von 6,2 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal 2023 sind die Geschäftszahlen im ersten Quartal dieses Jahres solide, aber unspektakulär ausgefallen: Mit einem Quartalsumsatz von knapp 5,5 Milliarden US-Dollar liegt der Wert zwar deutlich unterhalb den Ergebnissen des vorangegangenen Quartals, aber immerhin noch etwas oberhalb des Vorjahresniveaus.



Q1/2023

Q2/2023

Q3/2023

Q4/2023

Q1/2024

Gesamtumsatz*

5,35

5,36

5,8

6,17

5,47

Data Center (Server-Prozessoren)

1,3

1,32

1,6

2,28

2,34

Consumer (Client-Prozessoren)

0,74

1

1,45

1,46

1,37

Gaming

1,76

1,58

1,5

1,37

0,92

Embedded

1,56

1,46

1,24

1,06

0,85

von AMD veröffentlichte Umsatzzahlen in Mrd. USD


Am vielversprechendsten haben sich die Sparten der Klient- und Server-Prozessoren entwickelt. Mit einem Zugewinn von 80-85% haben sowohl die PC-Prozessoren rund um Ryzen als auch die Verkäufe der Epyc-Prozessoren rasant zugelegt. AMD vergrößert damit stetig seine Marktanteile in diesen beiden Schlüsselbereichen.


Die Sparten Gaming und Embedded haben hingegen starke Einbußen verzeichnet. Das liegt vor allem daran, dass Konsolenchips für Spielkonsolen wie Playstation 5 und Xbox Series X/S nicht mehr so stark nachgefragt werden. Doch auch die Nachfrage nach Radeon-GPUs ist rückläufig. Die Embedded-Sparte, die sich nach der Übernahme von Xilinx zunächst sehr positiv entwickelte, hat im vergangenen Geschäftsjahr ebenfalls stark nachgelassen. Doch auch wenn die Geschäftszahlen rückläufig sind, verzeichnet diese Sparte nach wie vor die größten Margen und Firmenchefin Su rechnet mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Innovationen im Bereich der KI-Beschleuniger: MI300A und MI300X

Das Hauptgeschäft von AMD im vergangenen Jahr waren Epyc-Prozessoren. Doch nachdem die Nachfrage auch in diesem Bereich leicht rückläufig ist, liegen nun alle Hoffnungen auf dem großen Potential von AMDs innovativen KI-Beschleunigern. Mit dem MI300A und dem MI300X kombiniert AMD viele hochmoderne Technologien und bringt zwei KI-Beschleuniger auf den Markt, die sowohl schneller als auch effizienter als die Angebote des Wettbewerbers und Marktführers Nvidia sein sollen.


Der MI300X verfügt über 153 Milliarden Transistoren und zählt damit zum komplexesten Chip auf dem Markt. Während der MI300A auf eine Kombination aus drei Zen-4-CPU-Chiplets mit mehreren GPU-Chiplets setzt, besteht der MI300X ausschließlich aus GPU-Chiplets vom Typ CDNA3.


Der MI300X ist ein klassischer Beschleuniger mit einem umfangreichen, schnellen Speicher und einer hohen Leistung. Er wird üblicherweise im Verbund von acht Stück verbaut. Der MI300A ist eine große APU, die ihren eigenen Prozessor gleich mitbringt. Durch die Minimierung von Speicherzugriffen wird so eine höhere Effizienz erreicht.


Beide Chips finden ihre Anwendung vorwiegend im Bereich der Künstlichen Intelligenz und hier vor allem beim Training und der Inferenz von Sprachcomputern.


MI300X GPUs

Quelle:dcd

AMD vs Nvidia: Vergleich der Technologiegiganten

Dank seiner starken Performance im Server-CPU-Markt und den Wettbewerbsvorteilen seiner Instinct MI300-Produkte hat sich AMD zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem Markt der Beschleunigerkarten entwickelt. Nichtsdestotrotz steht AMD nach wie vor im Schatten seines größeren Wettbewerbers Nvidia, der etwa 80% Marktanteil im Bereich der KI-Chips für sich verbuchen kann.


AMD vs Nvidia

Quelle:Tom's Hardware


Davon unbeeindruckt fordert AMD Nvidia stetig heraus: Der Superchip Grace Hopper GH200 von Nvidia verfügt bereits über ein sehr gutes Verhältnis aus Verbrauch und Leistung. Laut Firmenchefin Su übertrifft der MI300A diesen noch um Faktor 2.Und auch der MI300X, der in direktem Wettbewerb zu Nvidias H100 steht, soll diesem in Speicherbrandbreite und Speicherkapazität deutlich überlegen sein. Nvidia wiederum wirft AMD vor, die Produkte nicht auf der neuesten Software getestet zu haben. Unter Berücksichtigung des optimierten Software-Updates würde das H100-System die deutlich schnellere Antwortzeit liefern.


Mit IBM und Oracle konnte ABM kürzlich zwei Großkunden aus dem Bereich der Cloud-Technologien für sich gewinnen. Die vergleichsweise kurzen Lieferzeiten von AMD waren wohl ausschlaggebend dafür, dass Oracle nun statt Nvidia-GPUs auf die Produkte von AMD setzt. Oracle könnte zudem einer der ersten Kunden sein, der in großer Stückzahl AMD Instinct MI300X einsetzt.


Auch mit Microsoft besteht eine enge Zusammenarbeit. Erst im April dieses Jahres kündigten beide Firmen an, professionell genutzte Laptops und PCs im KI-Bereich mit Ryzen-Pro CPUs auszustatten. Microsoft wirbt zudem mit dem Einsatz von AMDs Epyc-Prozessoren für eine besonders sichere und effiziente Cloud-Umgebung mit Microsoft Azure. Auch die Google Cloud nutzt AMD-Prozessoren für eine höhere Auslastung und leistungsstarke Performance.


Die enge Zusammenarbeit mit Tech-Giganten wie Microsoft, Google und IBM verhalf AMD dazu, stetig Marktanteile für sich zu gewinnen. Auch der schnellste Hochleistungsrechner der Welt – der Frontier – setzt auf ein AMD-System aus Epyc-Prozessoren und MI250X-Beschleunigern.

AMD Umsatz- und Aktienentwicklung 2024

Noch ist die Zeit für AMDs MI300-Beschleuniger zumindest im Supercomputer-Bereich noch nicht gekommen. Der schnellste Computer der Welt setzt aktuell noch auf die Vorgängerversion MI-250X. In Zusammenarbeit mit HPE will AMD jedoch zwei Supercomputer für die Universität Stuttgart bauen, die mit MI300A bestückt werden. Der erste Rechner wird voraussichtlich 2025 in Betrieb genommen, der zweite soll 2027 folgen.


Bis die neuesten MI-Beschleuniger aus der Serienproduktion mit Chiphersteller TSMC verfügbar sind, wird es wohl noch einige Monate dauern. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Nvidia will noch bis zum Jahresende seine Blackwell GPUs in größerer Stückzahl ausliefern.


Auf Grund der überraschend großen Kundennachfrage hat AMD seine Umsatzprognose für KI-Beschleuniger im Jahresverlauf 2024 von zwei Milliarden auf 3,5 Milliarden US-Dollar erhöht. Das ist enorm, wenn man berücksichtigt, dass die gesamte Data-Center-Sparte im vergangenen Jahr etwa 6,5 Milliarden USD Umsatz verbuchen konnte – hauptsächlich mit Epyc-Prozessoren, deren Nachfrage aktuell leicht rückläufig ist.


Analysten sehen einen stetigen Aufwärtstrend, der sich sowohl für die Umsatz- als auch für die Aktienentwicklung bis 2025 fortsetzen wird.


AMD-Aktien-Prognose: Lohnt sich der Einstieg in AMD-Treiber & Co.?

Nachdem die AMD-Aktie im Jahr 2022 einen Kursverlust von 54% erfahren hat, konnte das US-amerikanische Tech-Unternehmen für 2023 einen Zugewinn von mehr als 124% für sich verbuchen.


Während die AMD-Aktie vor fünf Jahren noch bei etwa 25 Euro notierte, erreichte der Aktienwert im März 2024 sein bisheriges Allzeithoch von 194 Euro. Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen ist der Aktienkurs kurzfristig eingebrochen, konnte sich dann aber rasch wieder erholen und liegt aktuell bei knapp 150 Euro (Stand: 17.05.2024).


Analysten trauen der AMD-Aktie für 2025 ein durchschnittliches Kurspotential von knapp 18 Prozent zu. Daraus wird von einem Großteil der Analysten eine Empfehlung zum Kauf abgeleitet. Gleichzeitig wird der AMD-Aktie jedoch auch ein hohes Preis-Gewinn-Verhältnis nachgesagt, woraus zu schließen ist, dass die Aktie im Vergleich zu ihrem Ertrag hoch gehandelt wird.


Der Einstieg in den Aktienmarkt wird über Handelsplattformen wie Mitrade vereinfacht. Dort können Anleger in Aktien, ETFs, CFDs und vieles mehr investieren und ihre Investitionen über Desktop und mobile App jederzeit nachverfolgen. Dank der Hebelwirkung sind besonders schnelle Gewinne möglich. Mitrade bietet zudem eine umfangreiche Akademie, die sowohl Einsteigern als auch fortgeschrittenen Aktionären wertvolle Informationen bietet.


AMD-Echtzeitdaten:


AMD auf dem Weg zum Tech-Giganten

In den vergangenen zwölf Monaten erzielte AMD kontinuierlich Gewinne und soll auch weiterhin profitabel bleiben. Insbesondere das große Interesse an Spezialprozessoren für die Künstliche Intelligenz hat AMD im ersten Quartal 2024 ein Umsatzplus von 80% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum für diesen Bereich beschert.


Doch auch im Bereich der Server- und Desktop-Sparten konnte AMD seinen Marktanteil kontinuierlich ausbauen. Der Client-Markt legte im ersten Quartal 2024 um 3,8 Prozentpunkte zu und erreichte damit einen Gesamtmarktanteil von über 20%. Mit der Übernahme von Xilinx konnte AMD zudem eigene Fertigungskapazitäten erschließen und dadurch die Abhängigkeit von Chip-Hersteller TSMC reduzieren.


AMD hat sich damit vom Hidden Champion zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem umkämpften Markt der Halbleiterindustrie entwickelt. Die Halbleiterindustrie ist sehr kapitalintensiv, wodurch neue Marktteilnehmer erhebliche Eintrittsbarrieren erfahren. AMD hat es geschafft, mit innovativen Technologien, wettbewerbsfähigen Preisen und verlässlichen Lieferketten erhebliche Marktanteile dazuzugewinnen und sich gegenüber der Konkurrenz wie Nvidia und Intel zu behaupten. Es ist davon auszugehen, dass der Markt auch in Zukunft weiterhin stark umkämpft bleiben wird.

FAQ
Wie können Anleger von AMDs Entwicklung profitieren?
Investitionen in Aktien, ETFs oder CFDs über Plattformen wie Mitrade, die schnelle Gewinnmöglichkeiten durch Hebelwirkungen bieten.
Wie steht AMD im Vergleich zu Nvidia?
AMD bietet konkurrenzfähige KI-Chips, obwohl Nvidia einen größeren Marktanteil hält. Partnerschaften stärken AMDs Position.
Wie wirkt sich die Nachfrage nach KI-Beschleunigern auf die Umsatzprognose aus?
Hohe Nachfrage führte zur Erhöhung der Umsatzprognose für 2024 auf 3,5 Milliarden USD.

Dieser Text spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider. Leser sollten diesen Artikel nicht als Grundlage für Investitionen betrachten. Bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen, sollten Sie den Rat eines unabhängigen Finanzberaters einholen, um sicherzustellen, dass Sie die Risiken verstehen. Differenzkontrakte (CFDs) sind Hebelprodukte, die zum Totalverlust Ihres Kapitals führen können. Diese Produkte sind nicht für jeden geeignet, investieren Sie daher vorsichtig. Für weitere Details informieren Sie sich bitte.

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