Das Währungspaar AUD/USD gewinnt während der frühen asiatischen Sitzung am Dienstag in der Nähe von 0,6715 an Fahrt, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar (USD). Trader warten in dieser Woche auf eine Reihe wichtiger US-Wirtschaftsdaten, einschließlich der Nonfarm Payrolls (NFP), um Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung zu erhalten. An der australischen Front stehen die Verbraucherpreisindexdaten (CPI) zur Inflation für November am Mittwoch an.
Die Vereinigten Staaten (US) führten am Samstag einen großangelegten Militärschlag gegen Venezuela durch. US-Präsident Donald Trump gab bekannt, dass der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und seine Frau gefangen genommen und aus dem Land geflogen wurden. Am Montag plädierte Maduro auf nicht schuldig zu den US-Anklagen in einem Narco-Terrorismus-Fall gegen ihn, was einen außergewöhnlichen Rechtsstreit mit erheblichen geopolitischen Auswirkungen einleitete, so Bloomberg.
Dennoch ignorieren die Märkte weitgehend die Ereignisse in Venezuela, nachdem ein US-Einsatz zur Festnahme von Maduro und seiner Frau führte. Der US-Beschäftigungsbericht für Dezember wird am Freitag im Mittelpunkt stehen und könnte einige Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung geben. Die Marktkonsensprognose für die NFP liegt bei einem Zuwachs von 55.000 Arbeitsplätzen. Im Falle eines stärkeren als erwarteten Ergebnisses könnte dies den US-Dollar (USD) stärken und Gegenwind für das Paar erzeugen.
Wachsende Erwartungen an Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA) könnten dem Aussie Unterstützung bieten. Die optimistischen Kommentare von RBA-Gouverneurin Michelle Bullock nach der geldpolitischen Entscheidung im Dezember zeigten, dass die Bedenken der Entscheidungsträger hinsichtlich der Inflation im Mittelpunkt stehen und dass die Möglichkeit einer Zinserhöhung im letzten Monat auf dem Tisch lag. Analysten weisen darauf hin, dass ein über den Erwartungen liegender Kerninflationswert für das vierte Quartal eine Zinserhöhung bei der Sitzung der RBA am 3. Februar auslösen könnte.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.