- Gold notiert niedriger, da das bullische Momentum unter der psychologischen Marke von 4.500 USD nachlässt.
- Ein festerer US-Dollar und moderate Gewinnmitnahmen belasten das Edelmetall trotz eines unterstützenden makroökonomischen Umfelds.
- Geopolitische Spannungen und bevorstehende US-Arbeitsmarktdaten halten die Händler vorsichtig.
Gold (XAU/USD) steht am Donnerstag unter Druck, da die Preise ihren Rückgang am zweiten aufeinanderfolgenden Tag ausweiten, während das bullische Momentum nach einer Ablehnung nahe der psychologischen Barriere von 4.500 USD nachlässt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei etwa 4.425 USD, was einem Rückgang von fast 0,60% entspricht.
Der Verlust an Aufwärtsdynamik hat moderate Gewinnmitnahmen gefördert, während ein stabiler US-Dollar (USD) zusätzlichen Druck ausübt und das Edelmetall trotz eines insgesamt unterstützenden makroökonomischen Umfelds begrenzt.
Geopolitische Spannungen dominieren weiterhin die Marktstimmung. Investoren beobachten aufmerksam die Entwicklungen rund um die anhaltende Turbulenz zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Venezuela sowie die neuen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland.
In der Zwischenzeit sollten die anhaltenden Erwartungen an eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve (Fed) helfen, weitere Verluste abzufedern und das Interesse an Dip-Käufen in der Nähe wichtiger Unterstützungsniveaus aufrechtzuerhalten.
In der Zukunft warten die Händler auf die wöchentlichen US-Arbeitslosenanträge, die später am Donnerstag fällig sind, vor dem Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag, der die kurzfristigen Erwartungen an die Fed beeinflussen und die nächste Bewegung in Gold steuern könnte.
Marktbewegungen: Steigende geopolitische Risiken und US-Daten halten die Märkte vorsichtig
- Zusätzlich zu den Gegenwinden stellen Analysten fest, dass Edelmetalle möglicherweise einer kurzfristigen Preiskorrektur unterliegen, die mit der jährlichen Januar-Neugewichtung des Bloomberg Commodity Index (BCOM) verbunden ist. Die Neugewichtung wird voraussichtlich zwischen dem 8. und 9. Januar sowie dem 15. Januar stattfinden.
- In einem Interview mit der New York Times am Donnerstag sagte US-Präsident Donald Trump, dass "nur die Zeit zeigen wird", wie lange die direkte US-Aufsicht über Venezuela dauern könnte, und fügte hinzu, dass er erwartet, dass es "viel länger" als ein paar Monate dauern wird. Trump bekräftigte die Pläne, Venezuela auf eine "sehr profitable Weise" wieder aufzubauen, einschließlich der Nutzung und des Verkaufs des Öls des Landes, um die globalen Preise zu senken und Einnahmen sowohl für Venezuela als auch für die USA zu generieren.
- Am Mittwoch sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dass Öl aus Venezuela sehr bald in den USA erwartet wird, und fügte hinzu, dass Washington bereits mit dem Marketing des Rohöls begonnen hat und die Erlöse aus den Verkäufen in US-Banken unter der Aufsicht der US-Regierung verwaltet werden. In der Zwischenzeit erklärte der US-Energieminister Chris Wright auf einer Energiekonferenz, dass die USA die Ölverkäufe Venezuelas "auf unbestimmte Zeit" überwachen wollen und dass die Kontrolle über den Fluss von Öl und Einnahmen Washington erheblichen Einfluss verleiht.
- Zusätzlich zum geopolitischen Hintergrund beschlagnahmten US-Behörden am Mittwoch einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik, der angeblich mit venezolanischen Rohöl-Exporte verbunden war, so US-Beamte. In der Zwischenzeit berichten Berichte, dass ein parteiübergreifender US-Sanktionsgesetzesentwurf, der von Präsident Donald Trump unterstützt wird, der Regierung die Befugnis geben könnte, Zölle von bis zu 500% auf Länder zu erheben, die weiterhin russisches Öl kaufen.
- Das Weiße Haus bestätigte, dass Präsident Donald Trump aktiv über einen möglichen Kauf von Grönland diskutiert, wobei er dessen strategischen Wert anführt, und sagte, dass der Einsatz des Militärs "immer eine Option ist." Diese Äußerungen haben scharfe diplomatische Gegenreaktionen aus Dänemark und von NATO-Verbündeten hervorgerufen.
- Die wirtschaftlichen Veröffentlichungen der USA am Mittwoch zeichneten ein gemischtes Bild der Wirtschaft. Der ISM Services Purchasing Managers Index (PMI) für Dezember stieg auf ein 14-Monats-Hoch von 54,4 und übertraf die Erwartungen von 52,3. Der ADP Employment Change-Bericht zeigte, dass die privaten Löhne im Dezember um 41.000 stiegen, was unter den Erwartungen von 47.000 lag, aber den Rückgang des Vormonats von 29.000 umkehrte. Die JOLTS-Daten zeigten, dass die offenen Stellen im November auf 7,146 Millionen fielen, von 7,449 Millionen, was unter den Erwartungen von 7,6 Millionen lag.
Technische Analyse: Bullen verlieren den Halt, während die Preise unter 4.450 USD fallen
Der kurzfristige technische Ausblick für Gold hat sich leicht bärisch entwickelt, nachdem die Preise es nicht geschafft haben, über die psychologische Marke von 4.500 USD zu bleiben und die Verluste unter 4.450 USD ausgedehnt haben, eine Zone, die nun als unmittelbarer Widerstand fungiert.
Die Momentum-Indikatoren verstärken den weicheren Ton. Der Relative Strength Index (RSI) sowohl auf dem Stunden- als auch auf dem Tages-Chart zeigt nach unten, nachdem er kürzlich den überkauften Bereich erreicht hat, was darauf hindeutet, dass das bullische Momentum nachlässt und Käufer an die Seitenlinie treten.
Auf dem 4-Stunden-Chart sticht der 100-Perioden-Simple Moving Average (SMA), der derzeit im Bereich von 4.400 USD liegt, als erste Verteidigungslinie für die Bullen hervor. Ein klarer Durchbruch unter dieses Niveau würde wahrscheinlich den Verkaufsdruck erhöhen und die nächste Unterstützung in der Nähe von 4.300 USD freilegen, wo Käufer zu Beginn dieser Woche aufgetaucht sind.
Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.