USD/CAD setzt seine Gewinnserie fort, die am 2. Januar begann, und handelt am Freitag während der asiatischen Stunden bei etwa 1,3870. Händler warten auf den US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der voraussichtlich weitere Einblicke in die Bedingungen des Arbeitsmarktes und die geldpolitische Perspektive der Federal Reserve (Fed) bieten wird. Auch die Nettoveränderung der Beschäftigung und die Arbeitslosenquote für Dezember in Kanada werden im Blick behalten.
Das USD/CAD-Paar bleibt ebenfalls stärker, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts niedrigerer Ölpreise unter Druck gerät. Das Potenzial für steigende venezolanische Ölversorgung in die Vereinigten Staaten (US) könnte die Nachfrage nach kanadischem schweren Rohöl verringern. Größere Konkurrenz könnte den Druck auf die kanadischen Exportvolumina und Preisunterschiede erhöhen, was sich negativ auf die Energieeinnahmen auswirken könnte. Da Öl ein entscheidender Faktor für die Handelsbedingungen Kanadas bleibt, könnte eine schwächere Rohöl-Nachfrage die Stärke des Kanadischen Dollars gegenüber dem US-Dollar (USD) begrenzen.
Der Öl-Riese Chevron, die globalen Handelsunternehmen Vitol und Trafigura sowie andere Firmen konkurrieren um US-Regierungsverträge zur Ausfuhr venezolanischen Rohöls und versuchen, bis zu 50 Millionen Barrel der angesammelten Bestände von PDVSA zu vermarkten, während laufende Verhandlungen über die venezolanischen Ölexporte stattfinden, so Reuters.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte in einem CNBC-Interview am Donnerstag, dass die Federal Reserve weiterhin die Zinsen senken sollte, und argumentierte, dass niedrigere Zinsen "die einzige fehlende Zutat" für ein noch stärkeres Wirtschaftswachstum seien und dass die Fed nicht zögern sollte. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group preisen die Fed-Funds-Futures weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von etwa 86,2 % ein, dass die US-Notenbank die Zinsen bei ihrer Sitzung am 27.–28. Januar unverändert lässt.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.