Gold (XAU/USD) handelt mit einer bullischen Tendenz zu Beginn der ersten vollständigen Handelswoche 2026, da die erhöhten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Venezuela die Nachfrage nach sicheren Anlagen anheizen und die Preise wieder über die psychologische Marke von 4.400 USD heben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD bei etwa 4.420 USD, was einem Anstieg von fast 2% im Tagesverlauf entspricht.
Am Wochenende starteten die USA eine große Militäroperation in Venezuela, bei der Luft- und Bodenangriffe durchgeführt wurden, die zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau, Cilia Flores, führten. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden Venezuela vorübergehend "führen". "Wir werden das Land führen, bis wir eine sichere, ordnungsgemäße und umsichtig Übergabe durchführen können", sagte Trump gegenüber Reportern.
Die scharfe Eskalation zwischen den USA und Venezuela, kombiniert mit dem anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, hält Gold nahe den Rekordhöhen von etwa 4.549 USD, die am 26. Dezember erreicht wurden, unterstützt.
In der Zwischenzeit fügen die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Federal Reserve (Fed) eine zusätzliche Unterstützungsebene hinzu, während die Investoren ihre Aufmerksamkeit auf eine geschäftige Woche mit US-Wirtschaftsdaten richten.
Der Fokus liegt später am Montag auf dem ISM Manufacturing Purchasing Managers Index (PMI) für Dezember, gefolgt von den S&P Global Composite und Services PMIs am Dienstag. Die Märkte werden auch den ISM Services PMI und den JOLTS Job Openings Bericht am Mittwoch, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung am Donnerstag und den genau beobachteten Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht am Freitag verarbeiten.

Der technische Ausblick für XAU/USD bleibt bullisch nach einer kurzen Korrektur von den Rekordhöhen, wobei Käufer nahe der psychologischen Marke von 4.300 USD zurückkehren.
Auf dem 4-Stunden-Chart hat der Relative Strength Index nach einem kurzen Rückgang in den überverkauften Bereich wieder nach oben gedreht und die 50-Schwelle überschritten, was auf ein verbessertes Momentum hinweist. Der Average Directional Index zeigt jedoch weiterhin einen Abwärtstrend, was auf einen Verlust der Trendstärke hinweist und darauf hindeutet, dass die Preise konsolidieren könnten, bevor der nächste Anstieg erfolgt.
Auf der Oberseite wird unmittelbarer Widerstand nahe 4.450 USD gesehen. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Zone würde das Allzeithoch von etwa 4.549 USD freilegen, mit weiterem Aufwärtspotenzial über diesem Niveau.
Auf der Abwärtsseite würde ein Versagen, über dem 50-periodischen Simple Moving Average nahe 4.420 USD zu halten, den Fokus auf den 100-periodischen SMA um 4.367 USD verschieben. Stärkere Unterstützung befindet sich nahe der psychologischen Marke von 4.300 USD, wo zuvor Käufer aufgetreten sind.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.