Der Euro (EUR) verringert am Montag einen Teil seiner früheren Verluste gegenüber dem US-Dollar (USD), nachdem schwächere als erwartete US-ISM-Einkaufsmanagerindex (EMI)-Daten den Greenback belasten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt EUR/USD bei etwa 1,1706 und erholt sich von einem Intraday-Tief von etwa 1,1659.
Der ISM-EMI für das verarbeitende Gewerbe blieb im Dezember mit 47,9 im Kontraktionsbereich, unter der Markterwartung von 48,3 und leicht niedriger als der Wert von 48,2 im November. Der ISM-Index der bezahlten Preise für das verarbeitende Gewerbe lag bei 58,5, unverändert im Vergleich zum Vormonat und unter den Erwartungen von 59,0.
Im Bericht stieg der ISM-Beschäftigungsindex für das verarbeitende Gewerbe im Dezember von 44,0 im November auf 44,9, blieb jedoch im Kontraktionsbereich. Der Index für neue Aufträge schrumpfte im Dezember zum vierten Mal in Folge nach einem Monat des Wachstums und stieg leicht von 47,4 auf 47,7.
Die schwächeren Umfrageergebnisse belasteten den US-Dollar und verringerten seine früheren Gewinne, die zunächst durch die Nachfrage nach sicheren Anlagen angetrieben wurden. Der Greenback hatte frühere Unterstützung gefunden, nachdem die US-Militäroperation in Venezuela am Wochenende zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro geführt hatte.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, handelt bei etwa 98,0 und gibt nach, nachdem er auf den höchsten Stand seit dem 10. Dezember gestiegen ist.
Auf der geldpolitischen Front halten die divergierenden Ausblicke zwischen der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) EUR/USD nach oben geneigt. Die Märkte erwarten weiterhin, dass die Fed auf einem Lockerungskurs bleibt, wobei die Anleger zwei Zinssenkungen im Jahr 2026 einpreisen. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die EZB die Zinsen stabil hält, angesichts des robusten Wachstums und der Inflation in der Nähe des Ziels.
In der Zukunft richten die Händler ihre Aufmerksamkeit auf einen vollen Wirtschaftskalender auf beiden Seiten des Atlantiks. In den Vereinigten Staaten stehen am Dienstag die S&P Global Composite- und Services-PMIs an, gefolgt von den ADP-Beschäftigungszahlen, dem ISM-EMI für den Dienstleistungssektor und dem JOLTS-Bericht über offene Stellen am Mittwoch. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind für Donnerstag geplant, vor dem mit Spannung erwarteten Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag.
In der Eurozone stehen am Dienstag die HCOB Composite- und Services-PMIs an, während der vorläufige Kern-Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Mittwoch geplant ist. Am Donnerstag liegt der Fokus auf dem Verbrauchervertrauen, der Arbeitslosenquote, dem Wirtschaftsstimmungsindikator und dem Erzeugerpreisindex (EPI).
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.