Die europäischen Gaspreise sind wieder unter die Marke von 28 Euro je Megawattstunde gefallen. Marktteilnehmer blicken über die aktuelle Kältephase hinaus und rechnen mit milderem Wetter, obwohl die Gasspeicher weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. In den USA sind die Preise am Henry Hub nach jüngsten Höchstständen spürbar zurückgegangen, da neue Temperaturprognosen die Sorge vor weiteren starken Entnahmen dämpfen, wie die Rohstoffanalystin Barbara Lambrecht von der Commerzbank feststellt.
„Der Gasmarkt bleibt ruhig. Zwar liegen die europäischen Gasspeicherstände mit gut 60 Prozent rund zehn Prozentpunkte unter dem für diese Jahreszeit üblichen Niveau, und die Temperaturen in Europa sind derzeit deutlich niedriger als normal. Dennoch ist der europäische Referenzpreis TTF erneut unter 28 Euro je Megawattstunde gefallen. Die Marktteilnehmer dürften bereits weiter nach vorne blicken und die nach der aktuellen Kälteperiode erwarteten milderen Temperaturen einpreisen.“
„Ähnliche Entwicklungen sind auch auf der anderen Seite des Atlantiks zu beobachten, wo ebenfalls mildere Temperaturen prognostiziert werden. Die Preise am Henry Hub, die vor nur einem Monat infolge deutlich überdurchschnittlicher Entnahmen aus den damals gut gefüllten Speichern im Zuge einer ersten Kältephase auf ein Drei-Jahres-Hoch von 5,5 US-Dollar je mmBtu gestiegen waren, liegen inzwischen rund zwei Dollar darunter.“