Das Paar USD/CAD handelt mit leichten Gewinnen nahe 1,3810 während der frühen europäischen Sitzung am Mittwoch. Ein Rückgang der Rohölpreise übt einen gewissen Verkaufsdruck auf den rohstoffgebundenen Kanadischen Dollar (CAD) gegenüber dem Greenback aus. Händler bereiten sich auf die US-Wirtschaftsdaten vor, um Hinweise auf den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) zu erhalten.
US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, dass Venezuela 30 Millionen bis 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl an die USA übergeben wird. "Die Aussicht, dass venezolanisches Öl einen Teil des kanadischen Angebots ersetzen könnte, hat eine Neubewertung der zuvor optimistischen CAD-Aussichten für 2026 ausgelöst," sagte Kevin Ford, FX- und Makrostratege bei Convera. Es ist erwähnenswert, dass Kanada der größte Ölexporteur in die USA ist und niedrigere Rohölpreise tendenziell negative Auswirkungen auf den CAD haben.
Andererseits könnten dovishe Kommentare von Fed-Politikern den US-Dollar (USD) nach unten ziehen. Fed-Gouverneur Stephen Miran sagte, er erwarte, dass die eingehenden Daten weiterhin signalisieren, dass Zinssenkungen angemessen sind, und warnte, dass eine zu straffe Politik das Wachstum "im Keim ersticken" könnte, während er hinzufügte, dass er optimistisch über die breitere wirtschaftliche Aussicht bleibt. In der Zwischenzeit erklärte der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, dass er ein Risiko sieht, dass die Arbeitslosenquote "plötzlich" steigen könnte.
Der US ISM Services Einkaufsmanagerindex (PMI) Bericht wird später am Mittwoch veröffentlicht. Die Aufmerksamkeit wird sich am Freitag auf die US-Arbeitsmarktdaten im Dezember richten, da diese einige Hinweise auf den Zinspfad der USA geben könnten. Die Marktkonsensprognose für die Nonfarm Payrolls (NFP) liegt bei einem Zuwachs von 55.000 Arbeitsplätzen.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.