Die aktuellen Prognosen für das Jahr 2026 deuten inzwischen auf ein Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent in den USA und 1,2 Prozent in der Eurozone hin und liegen damit über früheren Schätzungen. Dennoch hat sich der Dollar stabilisiert, anstatt deutlich zuzulegen. In Europa gingen die moderaten Aufwärtsrevisionen beim Wachstum mit geringeren Erwartungen an Zinssenkungen der EZB einher, was eher auf eine veränderte geldpolitische Rhetorik als allein auf fundamentale Faktoren zurückzuführen sei, erklären Devisenstrategen der Société Générale.
„Die aktuellen Konsensprognosen für 2026 gehen von einem BIP-Wachstum von 2,1 Prozent in den USA und 1,2 Prozent in der Eurozone aus. Noch im April, als der Dollar unter Druck stand, lagen die Schätzungen bei 1,2 Prozent für die Eurozone und 1,4 Prozent für die USA.“
„Die Aufwärtsanpassung der Wachstumserwartungen für die USA hat dazu geführt, dass sich der Dollar stabilisiert hat, anstatt zu steigen, weil sich die Zinsdifferenzen am Markt nicht verschoben haben. Die Marktbewertung für den Fed-Leitzins zum Ende des Jahres 2026 liegt weiterhin bei drei Prozent, obwohl die Wachstumsprognosen in den vergangenen Monaten gestiegen sind.“
„Im Gegensatz dazu ging eine moderate Anhebung der Wachstumserwartungen für Europa – von 1,1 auf 1,2 Prozent – mit einem schrittweisen Rückgang der Erwartungen an Zinssenkungen der EZB einher, der zu einem großen Teil durch die Rhetorik der EZB ausgelöst wurde.“