Russlands Ölexporte brechen deutlich ein und belasten die Ausfuhr- und Haushaltseinnahmen des Landes spürbar. In den vier Wochen bis zum 4. Januar 2026 verschiffte Russland täglich 3,43 Millionen Barrel – rund 440.000 Barrel weniger als im Zeitraum bis zum 21. Dezember 2025. Der Wert der Ausfuhren aus Moskau lag im Schnitt bei 960 Millionen Dollar pro Woche und damit um zehn Prozent unter dem vorherigen Zeitraum, wie Devisenanalyst Tatha Ghose von der Commerzbank festhält.
„Der Artikel enthält eine aufschlussreiche Grafik, in der Bloomberg die Ölexporterlöse aus verschiedenen Regionen des Landes schätzt: Die gesamten Exporterlöse sind in den vergangenen Wochen nahezu exponentiell gefallen und haben Niveaus erreicht, die zuletzt bei Einführung der Ölpreisobergrenze im Jahr 2022 zu beobachten waren. Dieses Mal dürften die neuen US-Sanktionen gegen systemrelevante Ölunternehmen für den Rückgang verantwortlich sein. Derzeit wird Urals-Rohöl sowohl in der Ostsee als auch im Schwarzen Meer unter 35 Dollar je Barrel gehandelt – das entspricht rund 60 Prozent des Preises vom 1. Oktober 2025.“
„Zwar wurde für das dritte Quartal des vergangenen Jahres eine leichte Verbesserung der russischen Leistungsbilanz gemeldet, dies ist jedoch irreführend, da es sich um einen zurückliegenden Zeitraum handelt. Unabhängig davon könnte sich die Leistungsbilanz infolge der sinkenden Öleinnahmen verschlechtern oder auch nicht, da sich das Wirtschaftswachstum deutlich verlangsamt hat. Mit nur noch 0,1 Prozent im Jahresvergleich im November wurde der niedrigste Wert des Jahres 2025 erreicht, was durch eine gedämpfte Importnachfrage den Überschuss stützen kann.“
„Infolge der sichtbar schwächeren Fundamentaldaten notiert der Dollar zum Rubel inzwischen deutlich höher als noch vor einem Monat. Um Ressourcen zu schonen, wird die russische Zentralbank ihre Devisenverkäufe im ersten Halbjahr 2026 zudem auf 4,6 Milliarden Rubel pro Tag senken, nach 8,9 Milliarden Rubel täglich in der zweiten Jahreshälfte 2025. Die Kombination aus geringeren Öleinnahmen, reduzierten Devisenverkäufen der Zentralbank und niedrigeren Investitionen des staatlichen Wohlstandsfonds dürfte 2026 zu einem schwächeren Rubelkurs führen.“