Der Goldpreis (XAU/USD) klettert während der frühen asiatischen Handelsstunden am Mittwoch nahe 4.500 US-Dollar. Das Edelmetall steigt im Tagesverlauf um mehr als 1%, da geopolitische Spannungen und Erwartungen an Zinssenkungen in den USA die Nachfrage nach Gold hoch halten. Der US ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor wird am Mittwoch veröffentlicht.
Die USA führten am Samstag einen großangelegten Militärschlag gegen Venezuela durch und gaben bekannt, dass der venezolanische Präsident Nicolas Maduro und seine Frau gefangen genommen und aus dem Land geflogen wurden. Maduro plädierte am Montag auf nicht schuldig zu den US-Anklagen in einem Fall von Narco-Terrorismus gegen ihn. Die Unsicherheit in der Venezuela-Krise könnte kurzfristig einen traditionellen sicheren Hafen wie Gold stützen.
Die meisten Mitglieder der Federal Reserve (Fed) hielten weitere Zinssenkungen für angemessen, solange die Inflation im Laufe der Zeit zurückgeht, obwohl sie sich uneinig waren, wann und wie weit die Zinsen gesenkt werden sollten, wie aus den Protokollen des Offenmarktausschusses (FOMC) hervorgeht.
Die Fed-Funds-Futures preisen weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von etwa 82% ein, dass die Zinssätze bei der nächsten Sitzung der US-Notenbank am 27. bis 28. Januar unverändert bleiben, so das CME FedWatch Tool. Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten des Haltens von Gold verringern und das nicht verzinsliche Edelmetall unterstützen.
Die Aufmerksamkeit wird sich auf den US-Beschäftigungsbericht für Dezember am Freitag richten. Es wird erwartet, dass die US-Wirtschaft im Dezember 55.000 neue Arbeitsplätze schafft, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich auf 4,5% sinken wird. Sollten die Berichte ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den US-Dollar (USD) unterstützen und den Preis des auf USD lautenden Rohstoffs kurzfristig untergraben.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.