Gold (XAU/USD) handelt am Mittwoch auf der Rückseite, da Verkaufsdruck in der Nähe der psychologischen Marke von 4.500 USD entsteht, was zu milden Gewinnmitnahmen auf erhöhten Niveaus führt.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt XAU/USD bei etwa 4.457 USD, was einem Rückgang von fast 0,80 % im Tagesverlauf entspricht, während Händler sich vor den US-Wirtschaftsdaten, die später in der amerikanischen Handelssitzung fällig sind, neu positionieren.
Trotz des moderaten Rückzugs scheint der Abwärtstrend bisher begrenzt zu sein, da das Interesse an Dip-Käufen wahrscheinlich zunehmen wird, da die anhaltenden geopolitischen Spannungen die breitere Marktstimmung fragil halten und die Nachfrage nach sicheren Häfen für Gold aufrechterhalten bleibt.
Gleichzeitig bieten die anhaltenden Erwartungen an eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve (Fed) eine zusätzliche Unterstützungsebene. Niedrigere Zinssätze verringern typischerweise die Opportunitätskosten des Haltens von nicht renditeträchtigen Vermögenswerten wie Gold.
In der Zukunft halten sich die Händler vor aggressiven Richtungswetten zurück, da ein geschäftiger US-Datenkalender bevorsteht, der die kurzfristige Richtung des US-Dollars (USD) und von Gold beeinflussen könnte. Der Wirtschaftskalender umfasst den ADP Employment Change-Bericht, die Fabrikaufträge, den ISM Services Purchasing Managers Index (PMI) und die JOLTS-Umfrage zu offenen Stellen.
Aus technischer Sicht bleibt Gold auf dem 4-Stunden-Chart konstruktiv, da die Preise komfortabel über den 50-Perioden- und 100-Perioden-Simple Moving Averages (SMAs) liegen. Dieses Setup hält die breitere bullish Tendenz intakt, während das Metall sich über dem Bereich von 4.450 USD stabilisiert.
Der Bereich von 4.450 USD fungiert nun als wichtiger kurzfristiger Pivot. Ein nachhaltiger Durchbruch unterhalb dieses Bereichs würde die bullish Struktur schwächen und die kurzfristige Tendenz nach unten verschieben, wodurch die nächsten Unterstützungsniveaus in der Nähe von 4.400 USD und anschließend bei der psychologischen Marke von 4.300 USD exponiert werden.
Auf der Oberseite würde ein entscheidender Durchbruch der psychologischen Barriere von 4.500 USD die Fortsetzung des vorherrschenden Aufwärtstrends bestätigen und die Tür für einen Test des Allzeithochs in der Nähe von 4.549 USD, das am 26. Dezember erreicht wurde, öffnen.
Die Momentum-Indikatoren bleiben unterstützend. Der Relative Strength Index (RSI) schwebt um 58 und deutet auf positives Momentum ohne überkaufte Bedingungen hin. Unterdessen liegt der Average Directional Index (ADX) bei etwa 20, was darauf hindeutet, dass der Trend fragil bleibt und eine Phase der Konsolidierung dem nächsten Richtungswechsel vorausgehen könnte.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.