Der Silberpreis (XAG/USD) wird während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag im positiven Bereich bei etwa 76,55 USD gehandelt. Das weiße Metall setzt seinen Aufwärtstrend aufgrund von Zuflüssen in sichere Anlagen nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die Vereinigten Staaten (US) fort.
Die Absetzung von Maduro durch US-Präsident Donald Trump fügte den Märkten ein neues Element geopolitischen Risikos hinzu. Trump erklärte, dass Washington einen zweiten militärischen Angriff durchführen könnte, wenn Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez ihren Forderungen nicht nachkomme, so der Guardian. Maduro plädierte am Montag in einem Drogen-Terrorismus-Fall gegen ihn auf nicht schuldig und leitete damit einen außergewöhnlichen Rechtsstreit mit erheblichen geopolitischen Auswirkungen ein.
„Die Situation rund um Venezuela hat die Nachfrage nach sicheren Anlagen eindeutig reaktiviert“, sagte Alexander Zumpfe, ein Edelmetallhändler bei Heraeus Metals Deutschland.
Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed) später in diesem Jahr könnten ebenfalls den Silberpreis anheben. Die Finanzmärkte preisen derzeit zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte von der Fed im Jahr 2026 ein. Niedrigere Zinsen könnten die Opportunitätskosten für das Halten von Silber senken und das renditeschwache Edelmetall unterstützen.
Händler werden am Freitag ein Auge auf die US-Arbeitsmarktdaten für Dezember haben, da diese die Fed-Politik beeinflussen könnten. Die US Nonfarm Payrolls (NFP) werden für Dezember voraussichtlich um 55.000 steigen, während die Arbeitslosenquote im Dezember von 4,6% im November auf 4,5% geschätzt wird. Sollte der Bericht jedoch ein stärker als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den US-Dollar (USD) stärken und den Aufwärtstrend des auf USD lautenden Rohstoffpreises kurzfristig begrenzen.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.