West Texas Intermediate (WTI), die US-Rohöl-Benchmark, wird am Donnerstag während der asiatischen Handelsstunden um 56,30 USD gehandelt. Der WTI-Preis erholt sich von einigen Verlusten, da der Bericht über die Rohöllagerbestände einen stärkeren Rückgang als erwartet zeigt. Händler werden weitere Hinweise aus den US-Arbeitsmarktdaten für Dezember erwarten, die später am Freitag veröffentlicht werden.
Laut dem wöchentlichen Bericht der US Energy Information Administration (EIA) sind die Rohölvorräte in den USA in der Woche bis zum 2. Januar um 3,831 Millionen Barrel gefallen, verglichen mit einem Rückgang von 1,934 Millionen Barrel in der Vorwoche. Der Marktkonsens hatte geschätzt, dass die Bestände um 1,1 Millionen Barrel steigen würden. Ein größer als erwarteter Rückgang der Rohölvorräte deutet auf eine stärkere Nachfrage hin und hebt in der Regel den WTI-Preis kurzfristig an.
Dennoch könnte das Aufwärtspotenzial für das schwarze Gold begrenzt sein, nachdem US-Präsident Donald Trump einen Deal zum Import von Rohöl im Wert von bis zu 2 Milliarden USD aus Venezuela angekündigt hat. Der US-Energieminister erklärte, dass die Trump-Administration die Ölexporte und Einnahmen Venezuelas auf unbestimmte Zeit kontrollieren müsse, um die Wirtschaft des Landes zu stabilisieren und den Ölsektor wieder aufzubauen. US-Truppen haben am Samstag den venezolanischen Führer Nicolas Maduro in einer Razzia in der Hauptstadt Caracas gestürzt.
Der US-Arbeitsmarktbericht für Dezember wird später am Freitag im Fokus stehen. Es wird erwartet, dass die US-Wirtschaft im Dezember 60.000 neue Arbeitsplätze schafft, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich auf 4,5% sinken wird. Anzeichen von Schwäche auf dem US-Arbeitsmarkt könnten den US-Dollar (USD) nach unten ziehen und den Preis für auf USD lautende Rohstoffe unterstützen.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.