Der Goldpreis (XAU/USD) sinkt während der frühen asiatischen Handelsstunden am Donnerstag auf etwa 4.450 USD. Das Edelmetall verliert an Schwung, da Händler nach einer jüngsten Rallye Gewinne mitnehmen. Später am Donnerstag werden die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht. Die Aufmerksamkeit wird sich auf den US-Beschäftigungsbericht für Dezember am Freitag richten.
Die Händler begannen, geopolitische Bedenken nach der schockierenden Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die USA am Wochenende in den Hintergrund zu drängen. Die Märkte könnten später am Tag vorsichtiger werden, bevor wichtige US-Wirtschaftsdaten in dieser Woche veröffentlicht werden. „Wir betrachten den Rückgang heute als allgemeine Gewinnmitnahme nach dem jüngsten Anstieg“, sagte David Meger, Direktor für den Handel mit Metallen bei High Ridge Futures.
Der US-Beschäftigungsbericht für Dezember wird am Freitag genau beobachtet, da er Hinweise auf den Zinspfad geben könnte. Es wird erwartet, dass die US-Wirtschaft im Dezember 60.000 neue Arbeitsplätze schafft, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich auf 4,5% sinken wird.
Wenn die Berichte ein schwächer als erwartetes Ergebnis zeigen, wird dies die Argumentation für eine Lockerung der US-Notenbank (Fed) unterstützen, was den Goldpreis stützt. Niedrigere Zinssätze könnten die Opportunitätskosten des Haltens von Gold verringern und das nicht verzinsliche Edelmetall unterstützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.