Die GBP/USD-Paarung konsolidiert ihre starken Verluste, die in den letzten zwei Tagen verzeichnet wurden, und schwankt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag in einer engen Handelsbandbreite, knapp über der Mitte der 1,3400er-Marke. Der fundamentale Hintergrund erfordert jedoch Vorsicht für bärische Händler, bevor sie sich für eine Ausweitung des Retracement-Rückgangs aus dem Bereich von 1,3565-1,3570 positionieren, dem höchsten Niveau seit dem 18. September, das am Dienstag erreicht wurde.
Eine leichte Verschlechterung des globalen Risikosentiments gleicht die gemischten US-Wirtschaftsdaten vom Mittwoch aus und unterstützt den sicheren Hafen US-Dollar (USD) dabei, seine wöchentlichen Gewinne zu bewahren, was wiederum das GBP/USD-Paar begrenzt. Tatsächlich berichtete das Institute for Supply Management, dass die Geschäftstätigkeit im US-Dienstleistungssektor im Dezember unerwartet zugenommen hat und der Non-Manufacturing Purchasing Managers' Index (PMI) von 52,6 im November auf 54,4 gestiegen ist. Separat zeigte der nationale Beschäftigungsbericht von ADP, dass die privaten Löhne im Dezember weniger als erwartet zurückgekommen sind.
Darüber hinaus ergab die neueste Umfrage zu offenen Stellen und Arbeitsumschlägen (JOLTS), dass die offenen Stellen in den USA im November stärker als erwartet gefallen sind, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin nachlässt. Die Daten bestätigen die Markterwartungen für weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank (Fed), was dazu führen könnte, dass eine weitere Aufwertung des USD begrenzt wird. Darüber hinaus könnte die weniger dovishe Botschaft der Bank of England (BoE), die darauf hindeutet, dass die Zinsen näher an neutralen Niveaus liegen, weiterhin als Rückenwind für das britische Pfund (GBP) wirken und die Abwärtsbewegung des GBP/USD-Paares begrenzen.
In der Folge gibt es am Donnerstag keine relevanten wirtschaftlichen Daten aus dem Vereinigten Königreich, die den Markt bewegen könnten, sodass die Kassapreise den Preisdynamiken des USD ausgeliefert sind. Später während der nordamerikanischen Sitzung werden die Händler auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA achten, um einen Impuls zu erhalten. Der Fokus wird jedoch auf dem US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag liegen, der die Erwartungen hinsichtlich des zukünftigen Zinssenkungspfades der Fed beeinflussen wird. Dies wiederum wird die USD-Nachfrage kurzfristig antreiben und die nächste Etappe einer Richtungsbewegung für das GBP/USD-Paar bestimmen.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.