Das Paar AUD/USD gibt seine frühen Gewinne auf und stabilisiert sich während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch um 0,6740. Zuvor hatte das Aussie-Paar ein neues Jahreshoch nahe 0,6765 erreicht, gab jedoch alle Gewinne nach der Veröffentlichung der australischen Verbraucherpreisindex (CPI)-Daten für November auf.
Das Australian Bureau of Statistics berichtete, dass der Inflationsdruck mit einer annualisierten Rate von 3,4% wuchs, langsamer als die Schätzungen von 3,7% und dem Wert von 3,8% im Oktober. Der monatliche Inflationsdruck blieb erneut stabil.
Die langsamer als prognostizierten australischen CPI-Daten werden voraussichtlich einen erheblichen Druck auf die hawkischen Erwartungen der Reserve Bank of Australia (RBA) ausüben. In der Sitzung zur Geldpolitik im Dezember signalisierte die RBA, dass der nächste Schritt eine Zinserhöhung sein könnte, wenn sich die Inflation als hartnäckig erweist.
In der Zwischenzeit handelt der US-Dollar (USD) flach vor wichtigen wirtschaftlichen Veröffentlichungen aus den Vereinigten Staaten (US). Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, konsolidiert sich um 98,60.
Eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten, wie die ADP-Beschäftigungszahlen und die ISM-EMI-Daten für den Dienstleistungssektor im Dezember sowie die JOLTS-Stellenangebot-Daten für November, stehen an. Die Anleger werden den US-beschäftigungsbezogenen Daten besondere Aufmerksamkeit schenken, um frische Hinweise auf die geldpolitische Perspektive der Federal Reserve (Fed) zu erhalten. Im Jahr 2025 hat die Fed drei Zinssenkungen um 25 Basispunkte (bps) vorgenommen, um die schwache Arbeitsnachfrage zu unterstützen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.