Das Paar USD/CHF notiert im frühen europäischen Handel am Mittwoch im negativen Bereich nahe 0,7950. Der US-Dollar (USD) schwächt sich gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und dovisher Kommentare von Beamten der US-Notenbank (Fed). Händler werden den US ISM Services Einkaufsmanagerindex (PMI) Bericht, der später am Mittwoch veröffentlicht wird, im Auge behalten.
Das US-Militär führte am Samstag eine große Operation in Caracas durch, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und seine Frau gefangen genommen wurden. Sie wurden in die Vereinigten Staaten transportiert und erschienen am Montag vor einem Bundesgericht in New York, wo sie auf die Anklage wegen Narco-Terrorismus, Waffen- und Korruptionsvorwürfen nicht schuldig plädierten. Nach der Operation erklärte US-Präsident Donald Trump, dass die USA "die Kontrolle" haben und Venezuela für eine Übergangszeit "führen" würden.
Der Wall Street Journal berichtete am Mittwoch, dass Russland ein U-Boot und andere Marineeinheiten entsandt hat, um einen alternden Öltanker vor der Küste Venezuelas zu eskortieren. Händler werden die Entwicklungen rund um die Turbulenzen in Venezuela genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Venezuela könnten die Flüsse in sichere Häfen erhöhen und den CHF gegenüber dem Greenback stärken.
Darüber hinaus könnten dovishe Signale von der US-Zentralbank den USD belasten. Fed-Gouverneur Stephen Miran, dessen Amtszeit Ende Januar endet, bemerkte am Dienstag, dass die Fed in diesem Jahr die Zinssätze aggressiv senken müsse, um die Wirtschaft voranzubringen. Unterdessen erklärte der Präsident der Minneapolis Fed, Neel Kashkari, dass er ein Risiko sieht, dass die Arbeitslosenquote "plötzlich" steigen könnte.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.