Der AUD/USD-Kurs zieht während der frühen asiatischen Sitzung am Montag einige Verkäufer in der Nähe von 0,6685 an. Ein neuer Anstieg geopolitischer Risiken nach der Erfassung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro durch die Vereinigten Staaten (US) stärkt sichere Währungen wie den US-Dollar (USD) gegenüber dem australischen Dollar (AUD). Später am Montag werden die Händler die Veröffentlichung des chinesischen RatingDog Services Einkaufsmanagerindex (EMI) und der US ISM Einkaufsmanagerindex-Daten für das verarbeitende Gewerbe im Auge behalten.
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Erfassung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau: "Maduro und seine Frau werden beide vor die US-Justiz gestellt", sagte Trump und fügte hinzu, dass die USA Venezuela verwalten werden, bis sie einen sicheren, ordnungsgemäßen und gerechten Übergang durchführen können.
Nur Stunden nach der Erfassung des venezolanischen Führers sagte Trump, amerikanische Ölunternehmen seien bereit, Milliarden auszugeben, um die Rohölproduktion Venezuelas wiederherzustellen, was das globale Wachstum ankurbeln könnte, da ein größeres Angebot die Energiepreise senkt. Die geopolitischen Risiken und Unsicherheiten könnten die Flüsse in sichere Häfen ankurbeln, den Greenback stützen und kurzfristig Gegenwind für das Paar erzeugen.
Andererseits könnten die Hoffnungen auf eine Straffung der Reserve Bank of Australia (RBA) helfen, die Verluste des Aussie zu begrenzen. Die hawkischen Bemerkungen von RBA-Gouverneurin Michelle Bullock nach der geldpolitischen Entscheidung im Dezember zeigten, dass die Bedenken der politischen Entscheidungsträger hinsichtlich der Inflation im Mittelpunkt stehen und dass die Möglichkeit einer Zinserhöhung im letzten Monat auf dem Tisch lag.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.