Ripple-Crash: 19 Mrd. weg! XRP steht vor dem gefährlichsten Punkt seit Jahren

Autor: FXStreet
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Ripple (XRP) steckt in einer Phase, die viele Anleger nervös macht. Der Kurs hält sich zwar am Dienstag noch bei rund 2,25 US-Dollar, doch die Realität dahinter ist ernüchternd. Seit dem Rekordhoch von 3,66 US-Dollar am 18. Juli reiht sich ein Rückschlag an den nächsten. Rückgänge, Liquidationen, verunsicherte Anleger – die Kombination wirkt wie ein schleichender Abstieg.

Und dann kam der 10. Oktober. Ein Flash Crash, der Krypto-Vermögen im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar vom Markt fegte. Dieser Tag hat die Erholungsphase brutal ausgebremst und vor allem eines erreicht: Er hat jene aus dem Markt gedrückt, die zu spät eingestiegen, zu stark gehebelt oder schlicht zu nervös waren. Seitdem ist die Nachfrage von Kleinanlegern sichtbar eingebrochen – und auch institutionelle Investoren haben sich zurückgezogen.

XRP steht damit vor einem Dilemma: Woher soll die nächste Kaufwelle kommen, wenn sowohl Retail als auch Institutionelle auf Abstand gehen?

XRP verliert institutionelle Unterstützung – und das ist ein Problem

In der vergangenen Woche zogen institutionelle Anleger 15,5 Millionen US-Dollar aus XRP-bezogenen Anlageprodukten ab. Ein klarer Stimmungswechsel. CoinShares führt diesen Rückzug auf die wachsende Unsicherheit rund um die Geldpolitik zurück. Solange unklar bleibt, welchen Kurs die Notenbanken einschlagen, scheuen viele große Investoren das Risiko.

Und XRP ist nicht allein. CoinShares schreibt in seinem Wochenbericht, dass Bitcoin 1,38 Milliarden US-Dollar an Abflüssen verzeichnete, Ethereum 689 Millionen. Kapital verschiebt sich derzeit bevorzugt in Multi-Asset-ETPs – breite Körbe statt Einzelwerte. Anleger wollen Risiko streuen, nicht konzentrieren.

Für XRP bedeutet das: Der Coin spielt gerade nicht in der Liga, die institutionelles Kapital bevorzugt.

Auch Privatanleger wenden sich ab – der Derivatemarkt zeigt es deutlich

Retail-Investoren haben sich ebenfalls zurückgezogen. Das sieht man im Futures-Markt, der seit Mitte Oktober kaum noch Erholung zeigt.

CoinGlass-Daten belegen, wie schwach das Momentum geworden ist: Das gesamte Futures Open Interest lag am Montag bei 3,61 Milliarden US-Dollar – nur minimal unter dem Wert des Vortages, aber weit entfernt von den Rekordständen von 10,94 Milliarden US-Dollar vom 22. Juli.

Dieser Rückgang ist gravierend. Denn ein schwindendes Open Interest zeigt, dass Trader entweder Positionen abbauen oder überhaupt keine neuen eröffnen wollen. Beides spricht nicht für einen baldigen Stimmungsumschwung.

Wenn nicht einmal spekulative Anleger an eine kurzfristige Erholung glauben – wer dann?

Die Charttechnik verschärft die Lage: XRP steuert auf 2,00 US-Dollar zu

Auch technisch ist die Situation angespannt. XRP fällt gemeinsam mit dem Gesamtmarkt und die Indikatoren verschärfen das Bild.

Der Relative Strength Index (RSI) hält sich bei 43 Punkten – ein neutraler, aber schwacher Bereich, der signalisiert, dass Verkäufer die Kontrolle behalten. Parallel dazu sendet der MACD auf dem Tageschart ein klares Verkaufssignal. Anleger reagieren darauf, indem sie Positionen reduzieren. Die Folge: zusätzlicher Verkaufsdruck.

Noch problematischer ist die Positionierung des Kurses unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten:

  • 50-Tage-EMA bei 2,49 US-Dollar

  • 200-Tage-EMA bei 2,56 US-Dollar

  • 100-Tage-EMA bei 2,60 US-Dollar

Alle drei fungieren nun als Widerstände. Ein technischer Deckel, der jede Erholung erschwert.

Und dann ist da noch der übergeordnete Warnschuss: Die 50-Tage-EMA ist unter die 200-Tage-EMA gefallen. Ein klassisches Death-Cross – ein Signal, das erfahrungsgemäß riskoff-Stimmung verstärkt.

In diesem Umfeld rücken zwei Zonen in den Fokus, die jetzt über den weiteren Trend entscheiden: 2,07 und 1,90 US-Dollar. Beide gelten als relevante Unterstützungen. Sollten sie brechen, dürfte die Korrektur an Fahrt aufnehmen.

Fazit: XRP braucht jetzt einen Stimmungswechsel – doch der ist aktuell nicht in Sicht

XRP steht gerade an einem kritischen Punkt. Institutionelle Anleger ziehen Kapital ab, Privatanleger zeigen kaum Interesse, das Derivatemarkt-Volumen ist massiv eingebrochen und die Charttechnik sendet klare Warnsignale.

Der Markt muss erst wieder Vertrauen aufbauen, bevor XRP ernsthaft in Richtung der alten Hochs laufen kann.

Bis dahin bleibt das Bild eindeutig: Der Weg des geringsten Widerstands zeigt nach unten – und die 2,00-US-Dollar-Zone könnte schon bald getestet werden.

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