Gold (XAU/USD) konsolidiert sich am Dienstag, nachdem es am Vortag um mehr als 2,5% gestiegen war, angetrieben durch einen Anstieg der Nachfrage nach sicheren Häfen nach den Angriffen der Vereinigten Staaten (US) auf Venezuela. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei etwa 4.460 USD gehandelt, was einen leichten Rückgang von einem Intraday-Hoch von etwa 4.475 USD darstellt.
Der Abwärtstrend für Gold bleibt begrenzt, da die Anleger weiterhin die Entwicklungen in der Beziehung zwischen den USA und Venezuela beobachten. Am Wochenende haben die US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht, wo Maduro wegen Narco-Terrorismus und Drogenhandels angeklagt wird.
Während die Nachfrage nach sicheren Häfen hoch bleibt, hat sich das frische Kaufinteresse nach dem starken Anstieg am Montag verringert, da eine bescheidene Erholung des US-Dollars (USD) und der US-Staatsanleihenrenditen den weiteren Aufwärtstrend begrenzen. Gleichzeitig dämpft eine relativ stabile Risikostimmung an den globalen Aktienmärkten ebenfalls zusätzliche Zuflüsse in sichere Häfen.
Dennoch stützen anhaltende geopolitische Spannungen und die anhaltenden Erwartungen an zwei Zinssenkungen durch die Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr die breitere bullische Tendenz von Gold und halten die Preise knapp unter Rekordhöhen.
Händler blicken auch auf die bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten später in dieser Woche, die die kurzfristigen Erwartungen der Fed beeinflussen und das nächste Richtungssignal für Gold liefern könnten.

Aus technischer Sicht spiegelt das Tages-Chart ein insgesamt konstruktives Setup wider. Der 21-Tage-Simple Moving Average (SMA) liegt über dem 50-Tage-SMA, wobei beide Indikatoren nach oben geneigt sind und die Preise komfortabel über ihnen gehalten werden.
Auf der Abwärtsseite bietet der steigende 21-Tage-SMA nahe 4.348,80 USD die erste Schicht dynamischer Unterstützung, vor der psychologischen Marke von 4.300 USD. Ein tieferer Rücksetzer könnte dazu führen, dass Käufer den 50-Tage-SMA um 4.200,92 USD verteidigen, der weiterhin den breiteren Aufwärtstrend stützt.
Auf der Oberseite begrenzt die Zone von 4.450-4.470 USD den unmittelbaren Anstieg. Ein nachhaltiger Durchbruch über diese Barriere würde das Allzeithoch nahe 4.549 USD freilegen, mit Potenzial für eine weitere Aufwärtsausdehnung, wenn das bullische Momentum ansteigt.
Die Momentum-Indikatoren stabilisieren sich. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) bleibt unter der Signallinie und unter der Nullmarke, aber das negative Histogramm zieht sich zusammen, was auf nachlassenden bärischen Druck hinweist. In der Zwischenzeit steht der Relative Strength Index (RSI) nahe 64 und spiegelt positives Momentum wider, ohne jedoch bereits überkaufte Bedingungen anzuzeigen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.