Der Euro (EUR) hält sich am Dienstag gegenüber dem Schweizer Franken (CHF) stabil, während die Händler eine umfangreiche Reihe von Wirtschaftsdaten aus der Eurozone verdauen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird EUR/CHF bei etwa 0,9289 gehandelt und beendet eine zweitägige Verlustserie.
Der HCOB Composite Purchasing Managers Index (PMI) fiel im Dezember auf 51,5 von 51,9 im Vormonat, was signalisiert, dass die Aktivität im privaten Sektor weiterhin expandierte, jedoch in langsamerem Tempo. Der Services PMI sank ebenfalls auf 52,4 von 52,6.
Die Daten aus Deutschland trugen zu dem gemischten Bild bei. Der HCOB Composite PMI fiel im Dezember auf 51,3 von 51,5. Im Gegensatz dazu stieg der Services PMI in der größten Volkswirtschaft des Blocks auf 52,7 von 52,6 und hielt die Dienstleistungsaktivität im Expansionsbereich.
Der Dienstleistungssektor Spaniens zeigte zum Jahresende ein stärkeres Momentum. Der HCOB Services PMI stieg im Dezember auf 57,1 von 55,6.
Andernorts verlor die Dienstleistungsaktivität in Italien an Schwung, wobei der HCOB Services PMI auf 51,5 von 55 fiel. In Frankreich blieben die Geschäftskonditionen fragil. Der HCOB Composite PMI fiel auf 50,0 von 50,1, während der Services PMI auf 50,1 von 50,2 sank.
Die Händler blicken nun auf die deutschen Inflationsdaten, die später am Tag fällig sind, gefolgt von den vorläufigen Inflationszahlen der Eurozone am Mittwoch, die neue Einblicke in die Inflationsdynamik im Block geben und die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflussen könnten.
Ökonomen erwarten, dass der Inflationsdruck weitgehend stabil bleibt. Es wird prognostiziert, dass die vorläufigen Zahlen zeigen, dass der Kern-HICP der Eurozone im Dezember um 2,4 % im Jahresvergleich steigt, unverändert gegenüber dem vorherigen Wert, während die Gesamt-HICP-Inflation leicht auf 2,0 % von 2,1 % sinken soll.
Auf der Schweizer Seite zeichnen die inländischen Daten ein schwächeres Bild für die Geschäftstätigkeit. Der SVME Einkaufsmanagerindex fiel im Dezember stark auf 45,8 von 49,7 und drang tiefer in das Kontraktionsgebiet vor, was die anhaltende Schwäche im verarbeitenden Sektor der Schweiz unterstreicht.
Die Anleger werden auch ihre Aufmerksamkeit auf die Schweizer Inflationsdaten richten, die am Donnerstag fällig sind. Ökonomen erwarten, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) im Dezember um 0,1 % MoM sinkt, nach einem Rückgang von 0,2 % zuvor, während die jährliche Inflation voraussichtlich leicht auf 0,1 % von 0,0 % ansteigt.
Eine negative Überraschung könnte die Bedenken über anhaltend niedrige Inflation verstärken und den Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöhen, eine Rückkehr zu negativen Zinssätzen in Betracht zu ziehen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.