Das Paar USD/JPY handelt am Freitag im frühen europäischen Handel zum vierten Mal in Folge im positiven Bereich um 157,00. Das vorsichtige Tempo der geldpolitischen Straffung der Bank of Japan (BoJ) belastet den japanischen Yen (JPY) gegenüber dem Greenback. Händler werden weitere Hinweise aus dem US Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht für Dezember erwarten, der nächste Woche fällig ist.
Die BoJ hat ihren Leitzins im Dezember von 0,50% auf 0,75% angehoben, was die zweite Erhöhung des Jahres darstellt, um die Inflation zu dämpfen. Das vorsichtige Tempo der Straffung und das Fehlen eines klaren Zeitplans für zukünftige Erhöhungen haben jedoch die Märkte enttäuscht, was den JPY nach unten zieht und dem Paar Rückenwind verleiht.
Dennoch könnte eine Intervention der japanischen Behörden helfen, die Verluste des JPY zu begrenzen. Finanzministerin Satsuki Katayama betonte, dass die Offizielle die Bewegungen am Devisenmarkt mit einem "hohen Gefühl der Dringlichkeit" überwacht und bereit ist, "angemessene Maßnahmen" gegen übermäßige und einseitige Bewegungen zu ergreifen.
Die Aussicht auf eine Zinssenkung in den USA in diesem Jahr und erneute Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve (Fed) könnten einen gewissen Verkaufsdruck auf den USD ausüben. US-Präsident Donald Trump sagte, dass er erwartet, dass der nächste Fed-Vorsitzende die Zinssätze niedrig hält und niemals mit ihm "nicht einverstanden" ist. Händler preisen zwei Zinssenkungen in diesem Jahr ein, im Vergleich zu einer, die von einer gespaltenen Fed vorhergesagt wird.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.