Ein Bericht von Standard Chartered, verfasst von der Chefvolkswirtin Carol Liao und dem Research-Analysten Moriarty Lam, kommt zu dem Ergebnis, dass der private Konsum in China wahrscheinlich unterschätzt wird. Grund dafür seien nicht erfasste staatliche Transfers sowie die hohe Kaufkraft des Renminbi. Zwar sei eine Stärkung der Binnennachfrage notwendig, sie stelle jedoch keine schnelle Lösung für außenwirtschaftliche Ungleichgewichte und Deflationsrisiken dar. Der Bericht unterstreicht zudem den Bedarf an flankierenden Maßnahmen und einer stärkeren Ressourcenverlagerung in den Dienstleistungssektor, um das Konsumwachstum anzukurbeln.
„Offizielle Daten unterschätzen wahrscheinlich die Stärke des privaten Konsums in China. Die Unterschätzung dürfte auf nicht berücksichtigte staatliche Transfers und die starke Kaufkraft des Renminbi zurückzuführen sein.“
„Wir sind jedoch der Ansicht, dass diese Lücke überschätzt wird. Die folgenden Faktoren deuten darauf hin, dass Chinas Konsumbasis größer ist, als es herkömmliche Statistiken nahelegen.“
„Die Stärkung der privaten Nachfrage bleibt wichtig, da der Anteil des Konsums am Bruttoinlandsprodukt in China selbst nach Anpassung um mögliche Unterschätzungseffekte unter dem globalen Durchschnitt liegen dürfte; zudem hat sich das Konsumwachstum zuletzt abgeschwächt.“
„Unterstützende Maßnahmen wie das Programm zum Eintausch von Konsumgütern dürften nicht ausreichen, um den Gesamtverbrauch spürbar zu erhöhen oder die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und Deflationsprobleme zu lösen.“
„Auf absehbare Zeit erwarten wir, dass China seine Exportwettbewerbsfähigkeit beibehält – und damit einen erheblichen Leistungsbilanzüberschuss – während die inländische Inflation gedämpft bleibt.“