Silber bricht um 16% ein: Was steckt wirklich hinter dem Silberpreis-Crash?

Autor: FXStreet
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Quelle: DepositPhotos

Silber crasht. Und zwar richtig. Wer heute Morgen einen Blick auf die Kurse geworfen hat, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben. Nach der kurzen Erholung zu Wochenbeginn kam im asiatischen Handel der nächste Schock: Silber wurde regelrecht abverkauft – schneller und härter, als es viele erwartet hatten.

Silberpreis bricht zweistellig ein – Erholung komplett ausgelöscht

Im asiatischen Handel stürzte der Spotpreis für Silber zeitweise um bis zu 16,2 % ab und fiel auf 73,54 US-Dollar je Unze. Damit rückte der Markt gefährlich nah an die Tiefs heran, die erst in der vergangenen Woche während des massiven Ausverkaufs erreicht worden waren. Auch am Terminmarkt ging es brutal nach unten: Die Silber-Futures für März verloren mehr als 9 % und fielen auf 73,45 US-Dollar je Unze.

Das Entscheidende dabei: Der Einbruch kam plötzlich, ohne langsame Vorwarnung – mitten in der Asien-Session. Parallel dazu zog der US-Dollar leicht an. Eine Kombination, die für Edelmetalle regelmäßig zum Giftcocktail wird.

Dollar, Zinsen, Fed – warum Silber so empfindlich reagiert

Auch wenn die Preise nach der jüngsten Korrektur objektiv nicht mehr extrem hoch sind, bleibt der Markt nervös. Sehr nervös. Laut Christopher Wong, FX-Stratege bei OCBC, reagieren Edelmetalle derzeit extrem sensibel auf drei Faktoren: den US-Dollar, die Neubewertung von Renditen und die Unsicherheit rund um die künftige Geldpolitik der US-Notenbank.

Zwar dürfte ein Teil der spekulativen Positionen bereits abgebaut worden sein, doch das Vertrauen der Anleger ist noch nicht vollständig zurück. Das Ergebnis: kein sauberer Trend, sondern ein Markt, der jederzeit in beide Richtungen ausschlagen kann. Genau das macht Silber aktuell so gefährlich – und gleichzeitig so spannend.

Keine Trendwende? Warum der Absturz nicht das Ende sein muss

Trotz des heftigen Rückschlags sieht Wong die aktuelle Bewegung nicht als Trendbruch, sondern eher als eine Phase der Normalisierung. Seine Begründung ist klar: Die fundamentalen Treiber hinter dem Edelmetall-Boom sind weiterhin vorhanden.

Bei Silber kommt neben der Investmentnachfrage vor allem die industrielle Nutzung ins Spiel. Themen wie Solarenergie, Modernisierung der Stromnetze und Elektrifizierung sorgen weiterhin für strukturelle Nachfrage. Diese Faktoren verschwinden nicht über Nacht – auch wenn kurzfristig Panikverkäufe das Bild dominieren.

Kurz gesagt: Die Volatilität ist brutal, aber die industrielle Story hinter Silber lebt weiter.

Trump, Fed und ein Name, der die Märkte nervös macht

Ein weiterer Belastungsfaktor ist der zuletzt stärkere US-Dollar. Dieser hatte sich von einem Niveau nahe eines Vierjahrestiefs erholt – und das aus gutem Grund. US-Präsident Donald Trump, der aktuell im Amt ist, hat mit Kevin Warsh einen Kandidaten für den Vorsitz der US-Notenbank ins Spiel gebracht, den viele Marktteilnehmer als weniger locker in der Geldpolitik einschätzen, als zuvor erhofft.

Diese Erwartung wirkt nach. Ein restriktiverer Fed-Kurs bedeutet tendenziell höhere Zinsen und einen stärkeren Dollar – beides schlechte Nachrichten für Edelmetalle wie Silber. Genau dieses Narrativ frisst sich seit Tagen durch den Markt und setzt die Preise weiter unter Druck.

Blick nach vorne: Diese Termine können alles kippen

Zusätzlich halten sich viele Händler vorerst auf der Dollar-Seite positioniert. Grund dafür sind wichtige Zentralbankentscheidungen in Europa, die am Donnerstag anstehen. Noch wichtiger wird es in der kommenden Woche in den USA.

Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten (Nonfarm Payrolls) wurden auf den 11. Februar verschoben. Ursprünglich sollten sie früher veröffentlicht werden, mussten jedoch wegen eines teilweisen Government Shutdowns verschoben werden. Diese Zahlen könnten der nächste große Impulsgeber werden – nach oben oder nach unten.

Fazit: Panik oder Chance? Silber bleibt ein Pulverfass

Der heutige Crash zeigt einmal mehr, wie gnadenlos Silber sein kann. Kaum ein anderer Markt reagiert so heftig auf Dollarbewegungen, Zinsfantasie und Stimmungswechsel. Kurzfristig spricht vieles für weitere wilde Schwankungen und unruhigen Handel.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die fundamentale Nachfrage aus Industrie, Energiewende und Infrastruktur ist nicht verschwunden. Wer jetzt hinschaut, sieht keinen ruhigen Markt – sondern ein Pulverfass, das jederzeit in beide Richtungen explodieren kann.

Die große Frage ist nicht, ob Silber wieder reagiert – sondern wann. Und dann sehr wahrscheinlich mit voller Wucht.

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