Der Streaminganbieter Netflix hat bei einer Anhörung im US-Senat Vorwürfe politischer Einflussnahme im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery und dem Sender HBO zurückgewiesen. Unternehmenschef Ted Sarandos erklärte vor einem Unterausschuss des Justizausschusses, das Angebot des Konzerns sei nicht politisch ausgerichtet, sondern auf ein breites Publikum zugeschnitten.
Im Mittelpunkt der Anhörung stand der Zusammenschluss im Volumen von rund 72 Milliarden US-Dollar, der seit Ende 2022 von Wettbewerbsbehörden geprüft wird. Abgeordnete beider Parteien äußerten dabei unterschiedliche Bedenken. Während republikanische Senatoren inhaltliche Kritik an Teilen des Programms äußerten, verwiesen demokratische Vertreter auf mögliche negative Folgen für den Wettbewerb und den Arbeitsmarkt.
Mehrere Senatoren mahnten zudem eine strengere Anwendung des Kartellrechts an und kritisierten die fortschreitende Konzentration in der Medienbranche. Die Prüfung der Übernahme müsse unabhängig von politischen Erwägungen erfolgen, hieß es.
Sarandos stellte demgegenüber in Aussicht, dass der Zusammenschluss Investitionen in Produktionsstandorte und zusätzliche Beschäftigung in den USA ermöglichen könne. Zudem bekräftigte er die Absicht, Kinoproduktionen fortzuführen und die traditionsreiche Studioarbeit von Warner Bros. zu erhalten.
Netflix zeigte sich ungeachtet der kritischen Fragen zuversichtlich, dass die Übernahme genehmigt wird. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Entscheidung allein auf wettbewerbsrechtlichen Kriterien beruhen werde.