Analysten der Deutsche Bank verweisen darauf, dass robuste US-Konjunkturdaten und ein restriktiver Ton der Federal Reserve die Renditen von Staatsanleihen nach oben getrieben und den Dollar gestützt haben. Sowohl Inflationserwartungen als auch Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen über den Prognosen. Gleichzeitig signalisierten Vertreter der Notenbank, dass die Zinsen über längere Zeit unverändert bleiben könnten – und sogar steigen dürften, falls die Störungen in der Straße von Hormus anhalten.
"Und zusätzlich zu den geopolitischen Schlagzeilen gab es auch eine Reihe restriktiver US-Daten, wobei sowohl Zahlen zum Arbeitsmarkt als auch zur Inflation positiv überraschten. So zeigte die jüngste Umfrage der New Yorker Fed, dass die Inflationserwartungen für ein Jahr im April auf 3,64 % gestiegen sind (gegenüber erwarteten 3,5 %), was den höchsten Stand seit September 2023 markiert. Das hat die Erwartungen an eine restriktivere Reaktion der Fed erhöht. Hinzu kamen robuste Arbeitsmarktdaten: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen in der Woche bis zum 2. Mai bei 200.000 (erwartet wurden 205.000), wodurch der gleitende Vierwochendurchschnitt auf ein Zweijahrestief von 203.250 fiel."
"Dieser restriktive Nachrichtenfluss setzte sich mit verschiedenen Wortmeldungen aus der Fed fort. Insbesondere erklärte die Präsidentin der Boston Fed, Collins (in diesem Jahr ohne Stimmrecht), sie teile die Haltung der restriktiven Abweichler, die sich dagegen ausgesprochen hatten, eine Lockerungsneigung in die Erklärung aufzunehmen. Das verstärkte den Eindruck, dass es eine breitere Skepsis gegenüber weiteren Zinssenkungen gibt."
"Auch von zwei der restriktiven Abweichler gab es Aussagen. Der Präsident der Cleveland Fed, Hammack, erklärte, seine eigene Einschätzung sei, dass „die Zinsen für geraume Zeit unverändert bleiben werden“. Der Präsident der Minneapolis Fed, Kashkari, sagte zudem, dass „falls die Straße von Hormus über einen längeren Zeitraum geschlossen bleibt, der nächste Schritt durchaus eine Zinserhöhung sein könnte“."
"Die Investoren stellten sich daraufhin auf einen restriktiveren Ausblick ein. Die Märkte preisten zum Handelsschluss eine Wahrscheinlichkeit von 38 % für eine Zinserhöhung bis März 2027 ein, nach 21 % am Vortag. In der Folge stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Laufzeitenkurve hinweg: Die Rendite zweijähriger Papiere legte um 4,6 Basispunkte auf 3,91 % zu, während die Rendite zehnjähriger Anleihen um 3,8 Basispunkte auf 4,39 % stieg."