Klimakiller KI: So plündern Big Techs unsere Energiereserven

Autor: Investing.com
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Mitrade Team
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Quelle: DepositPhotos

Investing.com – Der immense Stromverbrauch von Blockchains wie Bitcoin und Ethereum stand über viele Jahre hinweg im Fokus und wurde stets damit in Verbindung gebracht, wie umweltschädlich diese Technologie sei. Doch erstaunlicherweise bleibt der viel größere Energiehunger der Künstlichen Intelligenz (KI) weitgehend unbeachtet. Obwohl ihre Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Umwelt ungleich größer sind, scheint dies kaum jemanden zu stören.


Vergangene Woche erklärte Google (NASDAQ:GOOGL), dass die Kohlenstoffemissionen in den letzten fünf Jahren um satte 48 Prozent gestiegen sind. Dies ist größtenteils auf die massive Zunahme der KI-gestützten Dienste zurückzuführen, die erheblich mehr Rechenleistung und damit Strom benötigen als herkömmliche Online-Aktivitäten, wie Haley Zaremba auf Oilprice.com schrieb.


Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Cornell University zeigt, dass generative KI-Systeme wie ChatGPT bis zu 33 Mal mehr Energie verbrauchen als spezialisierte Software. Zudem benötigt jede KI-gestützte Internetanfrage etwa zehnmal mehr Energie als eine herkömmliche Suchanfrage.

Das sind alarmierende Zahlen, welche zu Recht die Frage aufwerfen, wie zukunftsfähig die KI-Entwicklung ist.


Der rapide Anstieg des Stromverbrauchs stellt eine direkte Bedrohung für die Fähigkeit des Technologiesektors dar, seine Dekarbonisierungsziele einzuhalten. Google hält zwar an seinem Netto-Null-Ziel bis 2030 fest, hat aber bereits eingeräumt, dass dies mit dem Wachstum der KI-Anwendungen zunehmend schwieriger zu realisieren sein wird, so Zaremba.


Prognosen zufolge wird der globale KI-Sektor bis 2030 für 3,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich sein. In den Vereinigten Staaten könnten allein die Rechenzentren bis dahin neun Prozent der Stromerzeugung beanspruchen, was einer Verdoppelung gegenüber dem heutigen Stand entspricht. Diese Wachstumsrate hat gravierende Auswirkungen auf die nationale Energiesicherheit und die Wirtschaft.


"Die International Energy Agency (IAE) schätzt, dass alle Rechenzentren weltweit im Jahr 2023 mehr als 500 Terawattstunden elektrische Energie aufgenommen haben [...] Bei einer linearen Steigung würde der Wert bis 2026 auf jährlich gut 800 TWh steigen. Momentan sieht es aber eher nach einem exponentiellen Wachstum aus, womit mehr als 1000 TWh möglich wären. Der maßgebliche Treiber ist das KI-Training", schrieb Mark Mantel auf Heise Online.


Zum Vergleich, im Mai 2023 lag der jährliche weltweite Stromverbrauch für das Bitcoin-Mining bei 95,58 TWh. Auf Bitcoin entfallen schätzungsweise 60–77 % des globalen Stromverbrauchs für Krypto-Assets, so Techopedia.


Jason Shaw, Vorsitzender der Georgia Public Service Commission, äußerte gegenüber der Washington Post seine Besorgnis: „Wenn man sich die Zahlen ansieht, ist das erschütternd. Man fragt sich, wie wir in diese Situation geraten sind. Wieso lagen die Prognosen so weit daneben? Das ist eine Herausforderung, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.“


Rystad Energy geht davon aus, dass KI und Elektrofahrzeuge bis Ende des Jahrzehnts in den USA einen zusätzlichen Strombedarf von 290 Terawattstunden verursachen. Das entspricht dem gesamten aktuellen Energieverbrauch der Türkei.


Zaremba verweist darauf, dass es keine einzelne Energiequelle gibt, die diesen enormen Energiebedarf decken kann. Das würde bedeuten, dass zusätzliche fossile Brennstoffe gefördert werden müssen, um den Heißhunger nach Energie zu stillen – ein Szenario, das den Fortschritt in Richtung Klimaziele erheblich gefährdet.


Doch nicht nur das, denn die immensen Investitionen in den Ausbau der Stromnetze müssen vom Verbraucher bezahlt werden. Während die Industrie mit Steuergeldern unter dem Deckmantel der Wettbewerbsfähigkeit subventioniert wird, dürften für den Privatverbraucher die Lebenshaltungskosten weiter erheblich steigen.


Die KI-Konzerne berufen sich indes darauf, dass KI nicht nur das Problem, sondern zugleich auch die Lösung sei, indem sie in „intelligenten Stromnetzen“ eingesetzt wird, um die Effizienz zu steigern und Emissionen zu reduzieren. Dem widerspricht das US-Energieministerium und warnt, dass ein naiver Einsatz dieser Technologie mehr Schaden als Nutzen anrichten dürfte.

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