Ethereum (ETH) ist am Donnerstag um 2 % gefallen, nachdem mehrere wichtige On-Chain-Kennzahlen auf zunehmenden Verkaufsdruck hindeuten.
Insbesondere die Spanne zwischen 2.300 und 2.500 US-Dollar hat sich im vergangenen Monat als zentrale Verkaufszone erwiesen und die Nachfrage bei jedem Versuch eines Anstiegs über dieses Niveau übertroffen.
Die Zone gilt als bedeutender Widerstand, da sich dort der realisierte Preis – also die durchschnittlichen On-Chain-Anschaffungskosten – mehrerer Anlegergruppen befindet. Dazu zählen unter anderem große Investoren („Wale“) mit Beständen von 10.000 bis 100.000 ETH sowie kleinere Anleger mit 100 bis 1.000 beziehungsweise 1.000 bis 10.000 ETH. Auch der realisierte Preis von gestaktem Ethereum liegt in diesem Bereich.
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ETH realisierter Preis nach Anlegergruppen. Quelle: CryptoQuant
Verharren die Kurse über längere Zeit in solchen Bereichen, neigen Investoren dazu, Positionen abzubauen, sobald sie ihre Einstandskosten erreichen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund einer insgesamt vorsichtigen Marktstruktur im Kryptosektor.
Die Auswirkungen zeigen sich besonders bei privaten Anlegern, die in den vergangenen zwei Wochen rund 1,5 Millionen ETH verkauft haben.
Auch große Marktteilnehmer tragen zunehmend zur Verkaufsdynamik bei. Wallets mit Bezug zu Metalpha sowie ein weiterer bedeutender Großinvestor überwiesen laut dem Smart-Money-Tracker Lookonchain am Donnerstag 27.000 beziehungsweise 14.000 ETH an Binance. Dem war am Mittwoch bereits eine Einzahlung von 166.000 ETH durch den bekannten Bitcoin-Frühinvestor Garrett Jin vorausgegangen.
Gleichzeitig deuten Derivatedaten darauf hin, dass bei ETH-Futures eine bärische Grundstimmung vorherrscht.
Trotz fallender Kurse stieg das offene Interesse auf 14,85 Millionen ETH und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli vergangenen Jahres. In Verbindung mit anhaltend negativen Finanzierungsraten bei unbefristeten ETH-Kontrakten deutet dies auf einen raschen Aufbau von Short-Positionen hin.

Offenes Interesse an ETH. Quelle: Coinglass
Ein ähnlicher Trend zeigt sich auch im 30-Tage-Durchschnitt des Ethereum Net Taker Volume. Diese Kennzahl misst die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen bei marktgetriebenen Orders für unbefristete ETH-Kontrakte. In den vergangenen zwei Wochen ist der Wert gesunken und steht kurz davor, ins Negative zu drehen – ein Hinweis darauf, dass Short-Trader zunehmend die Oberhand im Futures-Markt gewinnen.
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ETH Net Taker Volume. Quelle: CryptoQuant
In den vergangenen 24 Stunden wurden Ethereum-Positionen im Wert von 96,3 Millionen US-Dollar liquidiert, davon entfielen 89,1 Millionen US-Dollar auf aufgelöste Long-Positionen.
Im Tageschart bewegt sich ETH zwischen widersprüchlichen Signalen der gleitenden Durchschnitte, was den kurzfristigen Ausblick neutral erscheinen lässt. Die Kryptowährung hält sich zwar über dem exponentiellen 50-Tage-Durchschnitt bei 2.262 Dollar, der als erste Unterstützung dient, stößt jedoch am exponentiellen 100-Tage-Durchschnitt bei 2.349 Dollar auf Widerstand.
Die Dynamik bleibt gedämpft: Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt knapp unter der Marke von 50, während der Stochastik-Oszillator in Richtung 30 fällt. Beide Indikatoren deuten eher auf nachlassenden Aufwärtsdruck als auf eine klare Trendwende hin.
Auf der Unterseite liegt die nächste Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt, gefolgt von einer stärkeren Marke bei 2.211 Dollar. Ein Bruch darunter könnte den Weg in Richtung 2.107 Dollar freimachen, bevor tiefere Niveaus bei 1.909 und 1.741 Dollar in den Fokus rücken.
ETH/USDT-Tageschart
Auf der Oberseite stellt der 100-Tage-Durchschnitt bei 2.349 Dollar den ersten Widerstand dar. Erst ein nachhaltiger Anstieg über die horizontale Marke von 2.388 Dollar würde den Weg in Richtung 2.746 Dollar wieder eröffnen.