
Edelmetalle jagten zuletzt weiterhin von Hoch zu Hoch: Der Goldpreis hat Ende Januar 2026 ein neues Allzeithoch von über 5.500 USD pro Feinunze erreicht und notiert Anfang Februar 2026 bei rund 4.850 USD. Der Silberpreis erreichte Ende Januar 2026 zeitweise über 110 USD pro Feinunze, bevor eine Korrektur den Preis Anfang Februar auf rund 77 USD drückte. Auch Platin gehört zu den klassischen Investment-Metallen, gerät neben Silber und Gold aber häufig in Vergessenheit. Zu Unrecht?
Die turbulente Preisentwicklung von Platin und Gold
Platin war über lange Zeit das wertvollste Edelmetall. Während der Platinpreis 2014 mit über 1.500 USD pro Feinunze noch deutlich über dem damaligen Goldpreis lag, glich die Preisentwicklung in den vergangenen Jahren eher einer Achterbahnfahrt. Gold hingegen erfuhr einen rasanten Aufwärtstrend, mit dem Platin erst seit Mitte 2025 ansatzweise mithalten konnte.
Die folgende Tabelle zeigt die Preisentwicklung der Edelmetalle im direkten Vergleich (jeweils Anfang Februar, gerundete Spotpreise):
Zeitraum | Goldpreis (USD/oz) | Veränderung zu Feb. 2026 | Platinpreis (USD/oz) | Veränderung zu Feb. 2026 |
Feb. 2016 (10 Jahre) | ~1.125 | +3.725 USD (+331 %) | ~880 | +1.165 USD (+132 %) |
Feb. 2021 (5 Jahre) | ~1.830 | +3.020 USD (+165 %) | ~1.130 | +915 USD (+81 %) |
Feb. 2025 (1 Jahr) | ~2.850 | +2.000 USD (+70 %) | ~975 | +1.070 USD (+110 %) |
Feb. 2026 | ~4.850 | – | ~2.045 | – |
Der Vergleich zeigt ein interessantes Bild: Auf 10-Jahres- und 5-Jahres-Sicht hat Gold mit +331 % bzw. +165 % Platin deutlich abgehängt (+132 % bzw. +81 %). Auf Sicht des letzten Jahres hat sich das Blatt jedoch komplett gewendet: Platin legte mit rund +110 % deutlich stärker zu als Gold (+70 %) – ein Ergebnis der explosiven Rally, die den Platinpreis ab Mitte 2025 von unter 1.000 USD auf zeitweise fast 3.000 USD katapultierte.
Der Goldpreis legte im Jahr 2025 insgesamt um rund 66 % zu und überschritt dabei erstmals sowohl die 3.000- als auch die 4.000-Dollar-Marke. Am 29. Januar 2026 erreichte Gold ein neues Allzeithoch von rund 5.595 USD pro Feinunze. Der Preis von Platin schwankte in den vergangenen zehn Jahren erheblich, Anfang 2020 notierte der Platinpreis sogar unterhalb der 600-Dollar-Marke. Seitdem schwankte die Preisentwicklung lange Zeit um die 1.000-US-Dollar.
Ab Mitte 2025 startete Platin jedoch eine Rally und durchbrach im vierten Quartal 2025 das alte Allzeithoch von 2.308 USD aus dem Jahr 2008. Am 26. Januar 2026 erreichte Platin ein neues Allzeithoch von 2.925 USD je Feinunze (NYMEX Futures).
Seitdem kam es zu einer heftigen Korrektur, in deren Zuge der Preis innerhalb weniger Tage um bis zu 35 % auf ein Tief von 1.882 USD fiel, sich aber schnell wieder erholte und Anfang Februar 2026 bei rund 2.045 USD je Feinunze notiert.
Bemerkenswert: Trotz der starken Platin-Rally ist die Platin-Gold-Ratio weiterhin kleiner 1, was bedeutet, dass Platin mit einem Abschlag gegenüber Gold gehandelt wird. Gold handelt Anfang 2026 mit einem Aufpreis von über 2.700 USD gegenüber Platin, was dem größten absoluten Abstand in der Geschichte der beiden Edelmetalle entspricht.
Platin kaufen: Welche Investition lohnt sich?
Physischer Erwerb von Platin: Platin kann in Form von Münzen, Barren oder Schmuck bei Edelmetallhändlern, Banken oder auf Online-Plattformen erworben werden. Für das wertvolle Edelmetall ist eine sichere Aufbewahrung erforderlich, die oft mit hohen Transaktions- und Lagerkosten verbunden ist.
Platin-ETFs und ETCs: Wer keinen physischen Besitz anstrebt, kann in Platin-ETFs oder ETCs investieren. Diese spiegeln die Wertpreisentwicklung des Platinpreises wider und lassen sich unkompliziert in das bestehende Wertpapierportfolio integrieren. Diese Anlageform eignet sich auch für Einsteiger auf dem Aktienmarkt. Plattformen wie Mitrade informieren umfangreich über die jeweiligen Investitionsmöglichkeiten und versprechen Transparenz und eine intuitive Benutzeroberfläche.
Aktien von Platinbergbauunternehmen: Eine weitere Möglichkeit, auf dem Platinmarkt zu investieren, sind Aktien von Platin fördernden Unternehmen.
Futures und Optionen: Erfahrene Anleger, die auf die zukünftige Preisentwicklung von Platin spekulieren möchten, können sogenannte Futures und Optionen abschließen. Hierbei handelt es sich um komplexe Finanzinstrumente, die hoch spekulativ sind und sowohl mit hohen Gewinnchancen, aber auch mit einem hohem Risiko einhergehen.
Handel mit Platin-CFDs: Platin-CFDs stellen eine weitere Möglichkeit für aktive Trader dar, um auf Kursentwicklungen bei Platin zu spekulieren. CFDs (auch Differenzkontrakte genannt) sind spezielle Finanzinstrumente, die den Wert eines Basiswerts – in diesem Fall Platin – widerspiegeln.
Die CFDs sind eine beliebte Anlageform für aktive Trader, da man bei ihnen – anders als bei Futures und Optionen – bereits mit wenig Kapital auf den Platinpreis spekulieren kann. Zudem ist der Einsatz von Hebeln möglich, wodurch man bereits mit kleinem Kapitaleinsatz große Positionen eröffnen kann, was höhere Renditemöglichkeiten bietet.
*Schon ab 1 € in Rohstoffe investieren – Reguliert & zuverlässig, mit Euro - Einzahlungen!*
Hinweis: Rohstoffpreise unterliegen Marktschwankungen und können zu Verlusten führen. Reguliert nach CySEC-Standards.
Die spannende Historie des Platinpreises
Um das Investitionspotential von Platin besser zu verstehen, hilft es, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Denn im Gegensatz zu Gold hängt der Platinpreis nicht allein von Angebot und Nachfrage auf dem Kapitalmarkt ab. Platin besitzt einen besonderen Mehrwert für verschiedene Industriezweige und wird klassischerweise in der Automobilindustrie eingesetzt. Doch auch in der Medizin, der chemischen Industrie und bei verschiedenen Zukunftstechnologien ist Platin sehr gefragt.

Quelle:Gold.de
Platin als physische Geldanlage ist ein vergleichsweise junges Produkt. Während die ersten Gold- und Silbermünzen bereits im 6. Jahrhundert geprägt wurden, ist Platin erst seit dem 19. Jahrhundert im Umlauf. Die erste und damals einzige staatliche Münze wurde in Russland geprägt. Dies war zum damaligen Zeitpunkt die einzige Möglichkeit für Europäer, das Edelmetall physisch zu beziehen.
Im Jahr 1845 wurde sowohl die Ausfuhr als auch kurze Zeit später die Münzprägung verboten. Es entstand ein Überhang an Platin, der zu einem drastischen Kursverfall führte. Erst als im 20. Jahrhundert die Nachfrage nach Platin wieder anstieg, erholte sich auch der Platinpreis. Monarchien auf der ganzen Welt entdeckten das Edelmetall für ihre Schmucksammlungen. Die Schlichtheit des Edelmetalls unterstrich die Brillanz ihrer Diamanten.
Auch für die Industrie wurde Platin zunehmend interessant. Seine erste wirtschaftliche Nutzung erhielt es als Schaltkontakt in Telegrafen und als Glühfaden in Lampen. Mit der Patentierung des Ostwald-Verfahrens, einer großtechnischen Herstellung von Salpetersäure, wurde 1902 der Grundstein für die Verwendung von Platin in der KFZ-Technik gelegt. Der Platinpreis erfuhr einen rasanten Aufwind und stieg 1924 auf das Sechsfache des Goldpreises an.
Weltkriege und andere Krisen sorgten für einen Einbruch der Kursentwicklung, von der sich der Platinpreis erst im Jahr 2000 wieder so richtig erholte.
Ab dann erfuhr Platin einen unvergleichlichen Aufwind – viel stärker noch als Gold – und erreichte im März 2008 sein damaliges Allzeithoch von 2.308 US-Dollar pro Feinunze. Diese überproportionale Preissteigerung hatte seinen Hintergrund zum einen in der Finanzkrise und der damit verbundenen Unsicherheit auf dem Kapitalmarkt.
Zum anderen ist Platin im Gegensatz zu Gold kein reines Anlagegut, sondern durch seine industrielle Nutzung auch ein Verbrauchsgut. Während eines wirtschaftlichen Aufschwungs kommt es daher schnell zu einem Angebotsdefizit und einer erheblichen Wertsteigerung.
Langfristig orientierte Anleger machen sich genau diese Entwicklung zunutze: Sie investieren während einer wirtschaftlichen Baisse in Platin und spekulieren auf spätere Überrenditen. Zwischen 2015 und Mitte 2025 hat Platin dieser Spekulation nicht standgehalten, sein Wert schwankte jeweils um die 1.000-Dollar-Marke. Doch ab Mitte 2025 brach Platin schließlich aus dieser Handelsspanne aus und belohnte geduldige Anleger mit einem Kursanstieg von über 100 %.
Platin vs. Gold: Aktuelle Preisentwicklungen
Gold und Platin sind beides wertvolle Edelmetalle mit unterschiedlichen Vorzügen. Während Gold seinen besonderen Wert als inflationsgeschütztes Zahlungsmittel und Anlagekapital erfährt, besticht Platin durch seine zeitlose Eleganz als Schmuckstück und seinen besonderen Nutzen für verschiedene Industriezweige.
Neben verschiedenen Anwendungen in der Automobilindustrie wird Platin auch in der Medizin für Implantate oder in der chemischen Industrie zur Herstellung von Düngemitteln und anderen Chemikalien verwendet. Auch für zukunftsträchtige Technologien wie die Herstellung von Brennstoffzellen und grünem Wasserstoff spielt Platin eine bedeutende Rolle. Platin ist zudem viel seltener als Gold.
Umso erstaunlicher ist es, dass die Preisentwicklung von Platin lange Zeit deutlich hinter der des Goldpreises zurückblieb. Seit 2019 erreichte der Goldpreis immer neue Allzeithochs, die Platinpreisentwicklung hingegen war bis Mitte 2025 rückläufig bis stagnierend. Folglich war auch die Platin-Gold-Ratio seit 2011 kleiner 1. Das war in der Kurshistorie dieser beiden Edelmetalle die bisher längste Zeitspanne – und selbst nach der starken Platin-Rally ist Gold Anfang 2026 noch immer über 2.700 USD pro Feinunze teurer als Platin.
Ein Grund für die lange negative Kursentwicklung des Platinpreises lag in der schwächelnden Automobilindustrie. Platin ist vor allem in Dieselkatalysatoren zu finden, deren Nachfrage in den vergangenen Jahren stark rückläufig war.
Im Jahr 2025 kam es jedoch zu einer echten Trendwende bei Platin. Nachdem der Preis pro Feinunze Anfang 2025 noch bei rund 900 USD lag, begann ab Juni 2025 eine regelrechte Rally. Der Platinpreis durchbrach im Oktober 2025 erstmals seit 14 Jahren die 1.700-Dollar-Marke, stieg bis Dezember 2025 auf über 2.000 USD und erreichte am 26. Januar 2026 mit 2.925 USD ein neues Allzeithoch. Dies entsprach einer Steigerung von über 200 % im Vergleich zum Jahresstart 2025.
Der signifikante Preissprung geht auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück. Hierzu zählen:
Angebotskrise (insbesondere in Südafrika, wo die Minenproduktion 2025 um 5 % fiel und den niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreichte)
Strukturelles Defizit (drittes Defizit-Jahr in Folge 2025 mit geschätzt 692.000 Unzen)
Extreme physische Knappheit (erkennbar an den hohen Lease-Raten und der Backwardation im Londoner OTC-Markt)
Geopolitische Spannungen (Handelskonflikte, US-Zölle, Spannungen zwischen USA und Iran)
Überraschend stabile Nachfrage (gerade in China für Barren und Münzen sowie im Schmuckbereich)
Schwacher US-Dollar
Großes Wachstum im Investment-Bereich (starke ETF-Zuflüsse, insgesamt stiegen die Platin-Investitionen in Barren und Münzen 2025 um 47 %)
Spillover-Effekt von Gold: Nach dem extremen Anstieg des Goldpreises suchten Investoren günstigere Edelmetall-Alternativen
Das Zusammenspiel aus einem geringen Angebot, einer hohen Nachfrage, geopolitischen Spannungen und einem schwachen US-Dollar sorgte für eine Art perfekten Sturm bei Platin und erklärt die erheblichen Kurssprünge seit Mitte 2025.
Platin Prognose 2026
Für die Platin-Prognose 2026 sehen wir uns zunächst an, wie sich das Angebot und die Nachfrage entwickeln könnten. Laut dem World Platinum Investment Council (WPIC, Platinum Quarterly Q3 2025, veröffentlicht im November 2025) wird für das Jahr 2026 eine Gesamtnachfrage von 7.385 koz und ein Gesamtangebot von 7.404 koz erwartet, wodurch sich ein nahezu ausgeglichener Markt mit einem kleinen Überschuss von 20 koz ergeben könnte.
Dies steht im Kontrast zum dritten aufeinanderfolgenden Defizitjahr 2025 (geschätzt 692 koz Defizit).
Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass das Gesamtangebot um etwa 4 % auf 7.404 koz steigen wird. Die Minenproduktion soll um 2 % auf 5.622 koz wachsen, und das Recycling-Angebot soll um rund 10 % zulegen, da höhere Preise die Verarbeitung gebrauchter Autokatalysatoren und den Verkauf von Schmuckschrott fördern.
Segment | Anteil 2026 | Menge 2026 (koz) | Änderung ggü. 2025 |
Automobilindustrie | 39% | 2.915 | -3% |
Industrie | 26% | ca. 1.900 | Wachstum (Glas-Erholung) |
Schmuck | 28% | 2.036 | -6% |
Investitionen | 5% | 358 | -52% |
Gesamt | 100% | 7.385 | -6% |
Für die Nachfrage wird im Jahr 2026 ein Rückgang von -6 % erwartet, wodurch sich eine Nachfrage von 7.385 koz ergibt. Der größte Rückgang wird bei den Investitionen erwartet (-52 %), da der WPIC davon ausgeht, dass sich die Handels-Spannungen abschwächen und CME-Lagerbestände abgebaut werden, was zu Nettoabflüssen führt. Auch ETF-Anleger könnten bei den höheren Preisen Gewinne mitnehmen.
Die Automobilnachfrage soll moderat um 3 % sinken, während im Industriebereich dank eines erneuten Ausbaus der Glaskapazität wieder Wachstum erwartet wird. Die Barren- und Münznachfrage soll um ca. 30-37 % wachsen.
Aus dieser Kombination ergibt sich eine differenzierte Platin-Prognose 2026. Einerseits sind die Produktionskapazitäten weiterhin strukturell eingeschränkt – Südafrika, das rund 70-80 % der globalen Produktion liefert, kämpft weiterhin mit Unterinvestition, Stromausfällen und operativen Herausforderungen, was in der Theorie für einen Angebotsdruck sprechen könnte. Andererseits könnte auch die Nachfrage-Seite etwas schwächer ausfallen als im Rekordjahr 2025 und damit den Platin-Preis drücken.
Wichtig: Der WPIC erwartet, dass die Platindefizite nach dem ausgeglichenen Jahr 2026 bis mindestens 2029 zurückkehren werden, da die diversifizierte und widerstandsfähige Nachfrage das eingeschränkte Angebot weiterhin übersteigen dürfte. Bis Ende des Jahrzehnts könnten die oberirdischen Bestände (Above Ground Stocks) daher erheblich schrumpfen.
Langfristig wird insbesondere die Wasserstoffwirtschaft als Nachfragetreiber gesehen: Der WPIC prognostiziert einen zusätzlichen Platin-Bedarf von 875.000 bis 900.000 Unzen bis 2030 durch Brennstoffzellenfahrzeuge und Elektrolyseure für grünen Wasserstoff, wobei der Ausbau des Wasserstoff-Sektors bisher die Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Die Platin-Prognosen 2026 verschiedener Analysten fallen unterschiedlich aus:
Heraues Precious Metals – 1.300 bis 1.800 USD
Bank of America Securities Global Research – 2.450 USD
Commerzbank – 1.800 USD
Die angeführten Platin-Prognosen unterstreichen die aktuelle Unsicherheit rund um das Edelmetall und zeigen, dass bei Platin im Jahr 2026 sowohl weitere Kurssteigerungen als auch Kursverluste denkbar sind.
Update vom 6. Februar 2026:
Nach der explosiven Rally, die den Platinpreis Ende Januar 2026 auf ein neues Allzeithoch von 2.925 USD trieb, kam es zu einer dramatischen Korrektur. Innerhalb von nur sechs Handelstagen fiel der Platinpreis um bis zu 35,7 % auf 1.882 USD, bevor er sich an einem einzigen Tag um fast 20 % erholte und wieder über 2.250 USD sprang. Anfang Februar 2026 pendelt der Preis um die 2.000-2.100 USD-Marke.
Diese extreme Volatilität verdeutlicht die besondere Marktstruktur von Platin: Mit einem offenen Interesse von nur rund 73.500 NYMEX-Kontrakten (Gegenwert ca. 8,3 Mrd. USD) ist der Platin-Futures-Markt deutlich illiquider als der Goldmarkt (über 200 Mrd. USD). Diese geringe Liquidität verstärkt sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsbewegungen erheblich.
Für die weitere Kursentwicklung werden folgende Faktoren entscheidend sein:
Die Geldpolitik der Federal Reserve: Hawkishe Signale von Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Nominierung von Kevin Warsh als nächstem Fed-Vorsitzenden haben Erwartungen an ein langsameres Tempo der Zinssenkungen verstärkt
Der US-Dollar: Ein schwächerer Dollar stützt tendenziell den Platinpreis, während ein starker Dollar den Platinpreis unter Druck setzt.
Geopolitische Entwicklungen: Die Spannungen zwischen USA und Iran sowie die anhaltenden Handels- und Zollkonflikte bleiben zentrale Einflussfaktoren
Substitutionsrisiko: Bei erhöhten Preisen könnten Autokatalysator-Hersteller zunehmend auf Palladium umsteigen
Die strukturelle Angebotsknappheit bleibt bestehen, was die Abwärtsrisiken möglicherweise begrenzt
Zudem sollten Platin-Investoren weiterhin die Lease-Raten im Auge behalten, da diese als Indikator für den Zustand des Marktes und damit die weiteren Preisentwicklungen dienen können.
Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?
Die obigen Ausführungen zur Kurshistorie und der Platin-Prognose zeigen, dass Platin als Investment sowohl mit Chancen als auch Risiken einhergeht. Die extreme Volatilität der vergangenen Wochen – mit Kursgewinnen von über 40 % und anschließenden Korrekturen von über 35 % innerhalb weniger Tage – unterstreicht dies eindrücklich. Somit gilt zunächst einmal, dass jeder Anleger selbst entscheiden muss, ob und wie er in Platin investieren möchte.
Aufgrund der starken Kursschwankungen könnte Platin grundsätzlich für aktive Trader interessant sein. Die erhöhte Volatilität gegenüber anderen Edelmetallen wie Gold oder Silber bietet aktiven Tradern häufig interessante Trading-Setups.
Für den aktiven Handel sind unter anderem Instrumente wie CFDs oder auch Futures geeignet.
Für den CFD-Handel mit Hebel gibt es viele verschiedene Strategien. Grundsätzlich gilt, dass jeder Trader eine eigene Strategie entwickeln muss, die zu seinem Anlegertyp und seiner persönlichen Situation passt.
Eine einfache und beliebte Strategie beim CFD-Handel mit Hebeln ist die Trendfolgestrategie. Hierbei nimmt man einen schnellen (10) und einen langsamen (30) gleitenden Durchschnitt (Moving Average).
Durchbricht der schnelle den langsamen MA von unten nach oben, wird dies als Kaufsignal gewertet und man eröffnet beispielsweise eine Position mit einem Hebel von 5.
Jetzt hält man die Position so lange offen, bis der schnelle den langsamen Durchschnitt von oben nach unten durchbricht, da dies als Verkaufssignal gewertet wird. Zu diesem Zeitpunkt schließt man die Position und hat jetzt im besten Fall eine positive Rendite erzielt.
Da der Handel mit Hebeln hohe Risiken birgt, ist es extrem wichtig, ein aktives Risikomanagement zu betreiben. Ein einfaches Risikomanagement umfasst dabei zwei Komponenten: Geringer Kapitaleinsatz pro Trade und die Nutzung eines Stop-Loss.
Als Faustregel gilt, dass man pro Trade maximal 1-2% des Gesamtkapitals riskieren sollte. Dies verhindert bereits bei der Eröffnung des Trades, dass man ein sehr hohes Risiko eingeht. Um die Verluste bei jedem Trade zu begrenzen, sollte man einen Stop-Loss setzen.
Dieser könnte im obigen Fall beispielsweise bei 2% unterhalb des Einstiegskurses liegen. Fällt der Kurs auf diesen Stop-Loss, wird die Position automatisch geschlossen, sodass man nur einen Teil des eingesetzten Kapitals verloren hat.
Wie das konkret aussehen kann, wird anhand folgendem Beispiel deutlich:
Gesamtkapital: 10.000€
Maximales Risiko pro Trade (1%): 10.000€ x 0,01 = 100€
Stop-Loss bei 2% unter Einstiegskurs
Hebel: x5
2% Kursverlust würde zu 10% Positionsverlust führen (2% x 5)
Gehebelte Position darf also maximal 1.000€ betragen, wenn man ein maximales Risiko pro Trade von 100€ eingehen möchte
Bei der teilweise starken Volatilität des Platin-Preises in den vergangenen Wochen sollte man hier aber auch immer Slippage- und Gap-Risiken beachten, da der Platinmarkt relativ illiquide ist.
Für konservativere Anleger könnte Platin als Beimischung für ein bestehendes Portfolio genutzt werden, da es eine eigene Angebots- und Nachfragedynamik mit sich bringt und sich teilweise gegenläufig zu anderen Assets wie Aktien verhält. Dadurch kann es unter gewissen Umständen durchaus langfristig für den Hedge eines US-Aktienportfolios geeignet sein.
Für diese Art des Platin-Investments eignen sich unter anderem Platin-ETCs/ETFs, physisches Platin oder auch Platin-Aktien.
Die Bestimmung der Höhe des Platin-Anteils eines Portfolios lässt sich nicht allgemein beantworten und sollte immer auf individueller Basis erfolgen.
Bei der Beimischung von Platin in ein bestehendes Portfolio sollte man auch beachten, dass die erhöhte Volatilität das Risiko des Portfolios erhöhen kann, weshalb eine Kombination mit anderen Edelmetallen und ein regelmäßiges Rebalancing sinnvoll sein kann.
Handelsgebühren ab 0 €
Flexibler Hebel, kleine Positionen
Ein- und Auszahlungen in Euro
Einzahlung ab 1 EUR
FAQ
Warum in Platin investieren und nicht in Gold?
Platin und Gold haben beide ihre eigenen Vorzüge. Platin hat breite industrielle Anwendungen, insbesondere in der Automobilindustrie, im medizinischen Bereich und in der chemischen Industrie. Während Gold als inflationsgeschütztes Anlagegut stabiler ist, könnte Platin aufgrund seiner Seltenheit und industriellen Nachfrage theoretisch höhere Wertsteigerungen bieten. Das Jahr 2025 hat dies eindrucksvoll bewiesen: Platin legte ab Mitte 2025 über 100 % zu und übertraf damit zeitweise sogar die starke Gold-Performance. Die vorherigen Jahre haben aber gezeigt, dass die Platin-Performance oftmals nicht mit anderen Edelmetallen mithalten kann und zudem auch eine deutlich höhere Volatilität und damit ein höheres Risiko mit sich bringt.
Wie kann ich über Derivate in Platin investieren?
Derivate wie Futures und Optionen ermöglichen es Investoren, auf die zukünftige Preisentwicklung von Platin zu spekulieren. Diese Finanzinstrumente sind komplex und bieten sowohl hohe Gewinnchancen als auch hohe Risiken. Über Plattformen wie Mitrade können Investoren relevante Informationen und Anleitungen erhalten, um diese Investitionen besser zu verstehen und durchzuführen.
Wie ist der Preistrend für Platin in den kommenden Jahren?
Einige Experten erwarten, dass die Nachfrage nach Platin aufgrund von Zukunftstechnologien wie Brennstoffzellen, grünem Wasserstoff und Industrie 4.0 deutlich steigen könnte. Der WPIC prognostiziert, dass die Platinmärkte nach einem ausgeglichenen Jahr 2026 erneut in eine Defizitphase eintreten werden, die bis mindestens 2029 anhalten könnte. Trotz des deutlichen Kursanstiegs seit Mitte 2025 sehen einige Analysten Platin strukturell weiterhin als unterbewertet an. Andere Analysten sehen jedoch bei Platin im Jahr 2026 deutliche Kursverluste. Investoren sollten jedoch die hohe Volatilität berücksichtigen und ihre Anlageentscheidungen entsprechend absichern. Auch bei Platin kann es in sehr kurzer Zeit zu hohen Verlusten kommen.
Dieser Text spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider. Leser sollten diesen Artikel nicht als Grundlage für Investitionen betrachten. Bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen, sollten Sie den Rat eines unabhängigen Finanzberaters einholen, um sicherzustellen, dass Sie die Risiken verstehen. Differenzkontrakte (CFDs) sind Hebelprodukte, die zum Totalverlust Ihres Kapitals führen können. Diese Produkte sind nicht für jeden geeignet, investieren Sie daher vorsichtig. Für weitere Details informieren Sie sich bitte.




