Die Kryptobörse Coinbase hat im ersten Quartal einen Nettoverlust von 394 Millionen US-Dollar verzeichnet. Belastet wurde das Geschäft durch fallende Kryptopreise und eine schwächere Handelsaktivität, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht.
Der Quartalsbericht zeigt einen Rückgang der Einnahmen trotz wachsender Stablecoin-Aktivitäten. Für die drei Monate bis Ende März meldete Coinbase einen Nettoverlust von 394,1 Millionen Dollar beziehungsweise 1,49 Dollar je Aktie. Die Gesamterlöse sanken im Vergleich zum Vorquartal um 21 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar.
Die Transaktionserlöse beliefen sich auf 756 Millionen Dollar und lagen damit 23 Prozent unter dem Wert des Vorquartals. Grund für den Rückgang waren schwächere Marktbedingungen, die die Aktivität der Investoren auf den Märkten für digitale Vermögenswerte dämpften.
Gleichzeitig machte Coinbase Fortschritte bei der Diversifizierung seines Geschäftsmodells, das bislang stark vom Handel abhängig war. Die Einnahmen aus Abonnements und Dienstleistungen stiegen auf 584 Millionen Dollar und machten damit 44 Prozent der gesamten Nettoerlöse aus. Dies half, die Schwankungen im Transaktionsgeschäft abzufedern. Zudem erreichte das Unternehmen einen Rekordanteil am weltweiten Handelsvolumen mit Kryptowährungen.
Das Handelsvolumen der vergangenen zwölf Monate bezifferte Coinbase auf 5,2 Billionen Dollar. Besonders stark wuchs der Derivatehandel, der im Jahresvergleich um 169 Prozent zulegte und die steigende Nachfrage nach komplexeren Handelsprodukten widerspiegelt.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber blieb das Geschäft mit Stablecoins. Die Einnahmen im Zusammenhang mit dem Stablecoin USDC beliefen sich auf 305 Millionen Dollar, gestützt durch durchschnittliche Bestände von 19 Milliarden Dollar auf den Coinbase-Plattformen. Die gesamte Marktkapitalisierung von USDC erreichte zudem ein Rekordniveau von rund 80 Milliarden Dollar.
Nach Angaben des Unternehmens verfügen inzwischen zwölf Produkte über jährliche Erlöse von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar. Auch Produkte im Bereich Retail-Derivate trugen im Quartal mit mehr als 200 Millionen Dollar auf Jahresbasis zum Umsatz bei.
Die auf der Plattform verwahrten Vermögenswerte summierten sich auf 294 Milliarden Dollar. Dies sei der größte Bestand an verwahrten Kryptoanlagen weltweit, erklärte das Unternehmen. Zudem verzeichnete Coinbase das zwölfte Quartal in Folge Nettomittelzuflüsse bei den eigenen Einheiten, ein Zeichen für anhaltendes Interesse von institutionellen und privaten Investoren trotz der Marktschwankungen.
Darüber hinaus verwies das Unternehmen auf den weiteren Ausbau seines Blockchain-Netzwerks Base sowie auf die zunehmende Nutzung tokenisierter Vermögenswerte als Teil seiner langfristigen Strategie.
Der Bericht folgt auf die Ankündigung, rund 700 Stellen zu streichen, was etwa 14 Prozent der Belegschaft entspricht. Gleichzeitig richtet sich das Unternehmen stärker auf eine KI-orientierte Betriebsstruktur aus.
Die Aktie von Coinbase gab nach Veröffentlichung der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel um mehr als vier Prozent nach.