Die Gouverneurin der Federal Reserve (Fed), Michelle Bowman, sagte am Freitag in einer Rede auf einer Konferenz in Island, dass die Fortschritte bei der Senkung der Inflation ins Stocken geraten seien, während sie den wirtschaftlichen Ausblick und die Geldpolitik erörterte. Bowman erklärte, je länger der Iran-Krieg andauere, desto größer würden die Risiken für die Inflation.
Die Fortschritte bei der Senkung der Inflation sind ins Stocken geraten.
Die US-Wirtschaft hat sich trotz Anzeichen von Fragilität auf dem Arbeitsmarkt als widerstandsfähig erwiesen.
Es ist noch zu früh, um die vollständigen Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten auf die Wirtschaft zu beurteilen.
Je länger der Krieg im Nahen Osten andauert, desto größer sind die Risiken für die Inflation.
Ein anhaltender Energieschock würde später in diesem Jahr den Inflationsdruck erhöhen.
Sie würde eine Änderung des geldpolitischen Ausblicks in Betracht ziehen, wenn der kriegsbedingte Inflationsdruck sich ausweitet.
Die Fed kann einen Energieschock ignorieren, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit in der Geldpolitik bewahrt.
Auf einen vorübergehenden Energieschock zu reagieren, könnte die Wirtschaft unnötig belasten.
Die derzeitige moderat restriktive geldpolitische Haltung zielt darauf ab, die Beschäftigung zu unterstützen und gleichzeitig die Inflation zu senken.
Es war angemessen, dass die Fed in der geldpolitischen Erklärung vom 29. April eine Lockerungsneigung beibehielt.
Sie möchte mehr Klarheit über die Auswirkungen des Krieges, bevor sie den Ausblick neu bewertet.
Bowman ist optimistisch, dass ein Ende des Konflikts zur Entspannung der Energiepreise beitragen wird."
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.