Gold (XAU/USD) steigt während der asiatischen Sitzung am Dienstag leicht an, zeigt jedoch keine bullishe Überzeugung und handelt derzeit knapp über der psychologischen Marke von 4.500 USD. Ein teilweiser Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel mildert die Befürchtungen vor einem größeren regionalen Konflikt, begrenzt weitere Gewinne für den sicheren Hafen US-Dollar (USD) und bietet Unterstützung für das Edelmetall. Die Unsicherheit rund um die US-Iran-Friedensgespräche sowie Inflationsängste und Aussichten auf Zinserhöhungen schwächen jedoch weiterhin die Nachfrage nach dem gelben Metall.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag in den sozialen Medien an, dass Israel zugestimmt habe, alle Truppen zurückzuziehen, die sich auf einen Angriff auf Beirut und die von der Hisbollah kontrollierten Vororte vorbereiteten. Darüber hinaus kommunizierte Trump auch über Vermittler mit der Iran-nahen libanesischen Miliz Hisbollah und sicherte eine Zusage, dass diese Israel nicht angreifen werde. Eine begrenzte Deeskalation des Konflikts hilft dem USD nicht, die Kursgewinne des Vortags auszubauen. Gemischte Signale zu den US-Iran-Verhandlungen zur Beendigung des dreimonatigen Krieges wirken jedoch als Rückenwind für den Dollar.
Der Iran warnte, die Verhandlungen mit den USA nach neuen Angriffen und einer israelischen Militäroperation im Libanon auszusetzen. Trump hingegen betonte, dass die Friedensgespräche mit dem Iran andauerten und fügte hinzu, dass er in der nächsten Woche eine Vereinbarung zur Verlängerung des Waffenstillstands und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus erzielen werde. Dennoch bleiben die Anleger nervös und warten auf weitere Fortschritte in den US-Iran-Friedensgesprächen. In der Zwischenzeit sollten die Erwartungen, dass hohe Energiepreise die großen Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank Fed, zu einem Festhalten an ihrem hawkishen Ausblick veranlassen, den zinslosen Goldpreis begrenzen.
Die Marktteilnehmer richten nun ihren Blick auf die US-Wirtschaftsdaten – mit der Veröffentlichung der JOLTS-Stellenangebote – um im Laufe der nordamerikanischen Sitzung Impulse zu erhalten. Der Fokus wird jedoch auf dem mit Spannung erwarteten US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag liegen, der die USD-Nachfrage antreiben dürfte. Darüber hinaus sollten weitere Entwicklungen in der Nahostkrise Volatilität an den globalen Finanzmärkten auslösen und bedeutende Handelsmöglichkeiten rund um Gold bieten. Das fundamentale Umfeld scheint derweil zugunsten der Bären bei XAU/USD geneigt zu sein.
Aus technischer Sicht bewegt sich das Edelmetall innerhalb eines abwärts geneigten parallelen Kanals und handelt unter dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) im 4-Stunden-Chart, was eine bärische Tendenz beibehält. Die Struktur deutet darauf hin, dass die Verkäufer trotz einer moderaten Stabilisierung der Momentum-Indikatoren die Kontrolle behalten. Tatsächlich pendelt der Relative Strength Index (RSI) nahe einem neutralen Wert von 49. Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ist leicht in den negativen Bereich gerutscht, was auf nachlassende bullishe Versuche hindeutet.
Daher wird jede anschließende Aufwärtsbewegung voraussichtlich zunächst auf Widerstand um 4.615,35 USD stoßen, gefolgt vom 200-Perioden-SMA bei 4.619,67 USD, bevor der obere Kanalbereich nahe 4.655,17 USD in den Blick kommt. Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Cluster wäre erforderlich, um den aktuellen Abwärtsdruck zu mildern. Auf der Unterseite definiert die untere Begrenzung des absteigenden Kanals bei 4.320,15 USD die Hauptunterstützung, wobei ein entscheidender Bruch das breitere bärische Muster bestätigen und den Weg für tiefere Verluste öffnen würde.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.