Bitcoin (BTC) ist am Dienstag unter die Marke von 72.000 US-Dollar gefallen, nachdem sich die geopolitischen Spannungen infolge der Entscheidung Irans verschärft hatten, die Waffenstillstandsgespräche mit den USA auszusetzen.
Iranische Staatsmedien berichteten, Teheran habe die indirekten Verhandlungen als Reaktion auf die anhaltenden israelischen Militäroperationen im Libanon auf Eis gelegt. Diese würden nach iranischer Darstellung die umfassenderen Bemühungen um eine Waffenruhe in der Region untergraben.
Berichten zufolge hat Teheran zudem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, wichtige Schifffahrtsrouten, darunter die Straße von Hormus, zu beeinträchtigen. Damit wachsen die Sorgen vor möglichen Störungen der globalen Ölversorgung.
Die Meldungen drückten den Bitcoin-Kurs auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Monaten und zeitweise unter 71.000 US-Dollar. Die Kryptowährung weitete damit ihre Wochenverluste aus, da die Aussicht auf eine weitere Eskalation die Märkte belastete.
Der Kursrückgang fiel mit anhaltenden Mittelabflüssen institutioneller Anleger zusammen. Laut dem jüngsten Bericht von CoinShares verzeichneten Krypto-Anlageprodukte in der vergangenen Woche Abflüsse von 1,67 Milliarden US-Dollar. Es war die dritte Woche in Folge mit negativen Kapitalströmen sowie der zweithöchste Wochenabfluss des Jahres 2026. Das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) sank ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit April und fiel von 148 Milliarden auf 141 Milliarden US-Dollar.
Auf börsengehandelte Bitcoin-Produkte (ETPs) entfielen Abflüsse von 1,44 Milliarden US-Dollar – der höchste Wochenwert in diesem Jahr. Produkte auf Ethereum (ETH) verzeichneten Rücknahmen in Höhe von 257 Millionen US-Dollar.
James Butterfill, Research-Chef von CoinShares, führte den Verkaufsdruck vor allem auf eine „risikoscheue Stimmung im Zusammenhang mit Iran“ zurück. Die Spannungen hätten breitere regulatorische Entwicklungen, darunter Fortschritte beim CLARITY Act, in den Hintergrund gedrängt.
In den vergangenen drei Wochen summierten sich die Mittelabflüsse auf 4,21 Milliarden US-Dollar. Den größten Anteil daran hatten die USA, hinzu kamen Rücknahmen aus Deutschland, Schweden und Hongkong.
Zusätzlichen Druck auf den Markt übte Strategy aus. Das Unternehmen gab seinen ersten Bitcoin-Verkauf seit 2022 bekannt. In der vergangenen Woche wurden 32 Bitcoin für rund 2,5 Millionen US-Dollar veräußert, um Ausschüttungen für Vorzugsaktionäre zu finanzieren. Obwohl die Menge im Verhältnis zu den Gesamtbeständen gering ist, markiert der Schritt eine Abkehr von der langjährigen Akkumulationsstrategie und könnte die Marktstimmung zusätzlich belastet haben.
Unterdessen deuten On-Chain-Daten darauf hin, dass sich der Markt seiner nächsten entscheidenden Bewegung nähert. Daten von CryptoQuant zeigen, dass die realisierte Ein-Wochen-Volatilität von Bitcoin auf rund 17 Prozent gesunken ist. Zu Beginn des Quartals hatte sie noch bei nahezu 39 Prozent gelegen und liegt damit inzwischen deutlich unter ihrem langfristigen Durchschnitt von rund 34 Prozent.
„Eine starke Kompression der Volatilität löst sich selten geräuschlos auf. Sie geht häufig größeren Kursbewegungen voraus, weil eine erzwungene Ruhephase letztlich in einer Entladung endet“, schrieb der CryptoQuant-Analyst Axel Adler Jr. in einem Bericht vom Montag. „Wenn sich ihr 30-Tage-Durchschnitt derart stark zusammenzieht, zeigt das, dass der Markt seinen Trend verloren hat und sich zunehmend auflädt. Die Energie ist nicht verschwunden. Sie baut sich auf.“
Der Analyst erklärte weiter, die nächste größere Bewegung werde wahrscheinlich davon abhängen, ob Bitcoin seinen 200-Tage-Durchschnitt bei gleichzeitig steigender Volatilität zurückerobern kann. Dies würde üblicherweise als positives Signal gewertet. Ein weiterer Kursrückgang in Verbindung mit einem Anstieg der Volatilität würde dagegen auf zusätzliche Abwärtsrisiken hindeuten.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wurde Bitcoin bei rund 71.000 US-Dollar gehandelt. Auf Sicht von 24 Stunden entspricht dies einem Minus von 3,7 Prozent.