ING-Analyst Frantisek Taborsky erwartet für die Devisenmärkte in Mittel- und Osteuropa einen vorsichtigen Start in den neuen Monat – trotz einer verbesserten Stimmungslage und zahlreicher anstehender Konjunkturdaten aus der Region. Für Polen und Tschechien sieht er nur noch begrenzten Spielraum für eine weitere restriktive Neubewertung der Zinserwartungen, während in Ungarn mehr Raum für eine lockerere geldpolitische Einschätzung bestehe. Zudem verweist er auf das Vierjahrestief von EUR/HUF, wobei ein Kurs von 350 weiterhin das Mittjahresziel der Bank für das Währungspaar bleibt.
„Obwohl sich die Stimmung zum Ende der vergangenen Woche verbessert hat, bleiben die Nachrichten aus dem Nahen Osten nach einem gemischten Wochenende uneinheitlich. Daher erwarten wir heute einen vorsichtigen Handelsauftakt in Mittel- und Osteuropa.“
„In den vergangenen Handelstagen ist die Einpreisung weiterer Zinserhöhungen in Polen und Tschechien deutlich zurückgegangen und liegt inzwischen im Durchschnitt nur noch bei rund zwei Schritten. In Ungarn haben sich die Erwartungen an geldpolitische Lockerungen dagegen auf nahezu fünf Zinssenkungen ausgeweitet.“
„Unserer Einschätzung nach besteht in Ungarn weiterhin Spielraum für eine noch lockerere Einpreisung der Geldpolitik. In Polen und Tschechien ist das Potenzial für weitere Anpassungen hingegen begrenzt. Dort dürfte eine Erwartung von etwa 1,5 Zinserhöhungen die Untergrenze der aktuellen Aufwärtsbewegung markieren.“
„EUR/PLN und EUR/CZK notieren derzeit jeweils nahe den unteren Enden ihrer jüngsten Handelsspannen von 4,225 bis 4,260 beziehungsweise 24,260 bis 24,360. Keines der beiden Währungspaare liefert derzeit jedoch eine besonders überzeugende Investmentgeschichte.“
„Trotz der bereits stark aufgebauten Long-Positionen dürfte die positive Dynamik anhalten. Weitere Zugewinne des Forint dürften allerdings eher schrittweise erfolgen. Ein Kurs von 350 im Währungspaar EUR/HUF bleibt weiterhin unser Ziel zur Jahresmitte.“