Das Währungspaar EUR/GBP wird in der frühen europäischen Sitzung am Montag im positiven Bereich um 0,8685 gehandelt. Der Euro (EUR) legt gegenüber dem Pfund Sterling (GBP) zu, da die Europäische Zentralbank (EZB) anscheinend kurz vor dem Ende ihres Zinssenkungszyklus steht. Händler werden am Dienstag weitere Hinweise aus den Arbeitsmarktdaten des Vereinigten Königreichs abwarten.
Die Inflation in der Eurozone hat das Ziel der EZB erreicht, was die Ansicht der Politiker unterstützt, dass die Zinssätze auf dem aktuellen Niveau bleiben können, es sei denn, die wirtschaftlichen Aussichten ändern sich erheblich. Der Vizepräsident der EZB, Luis de Guindos, erklärte am Donnerstag, dass die Zinssätze auf einem angemessenen Niveau seien, warnte jedoch vor "enormer Unsicherheit" aufgrund geopolitischer Risiken.
Die Finanzmärkte sehen derzeit nur begrenzten Spielraum für sofortige Maßnahmen, wobei die Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Zinssätze bei der nächsten Sitzung unverändert bleiben. Einige Analysten erwarten eine Zinssenkung später im Jahr 2026, obwohl eine Erhöhung angesichts des gedämpften Inflationsumfelds als unwahrscheinlich angesehen wird.
Die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt im Vereinigten Königreich blieben 2025 schwach, da Unternehmen die Einstellungen verlangsamt haben, um die Auswirkungen einer Erhöhung der Arbeitgeberbeiträge zu Sozialversicherungssystemen auszugleichen. Darüber hinaus stieg die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich im Oktober auf 5,1%, den höchsten Stand seit März 2021.
Händler warten am Dienstag auf die Arbeitsmarktdaten des Vereinigten Königreichs, da diese die Markterwartungen für die geldpolitischen Aussichten der Bank of England (BoE) beeinflussen könnten. Anzeichen einer Schwächung des britischen Arbeitsmarktes könnten das GBP untergraben. Andererseits könnte ein besser als erwartetes Ergebnis das GBP kurzfristig gegenüber dem EUR stärken.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.