Das NZD/USD-Paar zieht während der asiatischen Sitzung am Montag einige Käufer an und nähert sich 0,5745, wodurch die vier Tage andauernde Verlustserie beendet wird. Die erneuten Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) üben Verkaufsdruck auf den US-Dollar (USD) gegenüber dem Kiwi aus.
Die New York Times berichtete am Sonntag, dass Bundesstaatsanwälte eine strafrechtliche Untersuchung gegen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell wegen der Renovierung des Hauptsitzes der Zentralbank in Washington und der Frage, ob Powell dem Kongress über den Umfang des Projekts gelogen hat, eingeleitet haben.
Powell erklärte, dass die Drohung des NDS nicht seine Aussage oder das Renovierungsprojekt betreffe, sondern einen Vorwand darstelle, und fügte hinzu, dass die Drohung mit strafrechtlichen Anklagen eine Folge der Fed sei, die die Zinssätze auf der Grundlage ihrer Einschätzung des öffentlichen Interesses und nicht der Präferenzen des Präsidenten festlege. Powell bezeichnete den Schritt als beispiellos und als direkte Herausforderung an die Unabhängigkeit der Fed.
Der hawkische Ausblick der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) auf den zukünftigen geldpolitischen Kurs könnte den NZD stärken. RBNZ-Gouverneurin Ann Breman sagte, dass der Leitzins voraussichtlich für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen Niveau bleiben wird, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen wie erwartet entwickeln. Ökonomen erwarten, dass der Official Cash Rate (OCR) für eine gewisse Zeit bei 2,25 % bleibt, möglicherweise bis Mitte 2027, bevor er allmählich ansteigt.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.