NZD/USD stoppt seine fünf Tage andauernde Verlustserie und handelt am Freitag im asiatischen Handel um 0,5760. Das Paar wertet auf, während der US-Dollar (USD) an Boden verliert, aufgrund der Erwartungen an zwei weitere Zinssenkungen der Federal Reserve im Jahr 2026.
Die Märkte bereiten sich darauf vor, dass US-Präsident Donald Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden nominieren wird, um Jerome Powell zu ersetzen, wenn seine Amtszeit im Mai endet, ein Schritt, der die Geldpolitik in Richtung niedrigerer Zinssätze verschieben könnte. Die Fed senkte die Zinssätze bei der Dezembersitzung um 25 Basispunkte (bps) und brachte den Zielbereich auf 3,50%–3,75%. Die Fed hat im Jahr 2025 insgesamt 75 Basispunkte an Zinssenkungen vorgenommen, während der Arbeitsmarkt sich abkühlt und die Inflation weiterhin hoch bleibt.
Das CME FedWatch-Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 85,1%, dass die Zinssätze bei der Januarsitzung der Fed gehalten werden, gegenüber 84,5% eine Woche zuvor. In der Zwischenzeit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 14,9% gesunken, von 15,5% vor einer Woche.
Die Protokolle der Dezember-Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve deuteten jedoch auf eine gespaltene politische Sichtweise hin. Die meisten Teilnehmer waren der Meinung, dass es wahrscheinlich angemessen wäre, weitere Zinssenkungen auszusetzen, wenn die Inflation weiterhin nachlässt, während einige Beamte dafür plädierten, die Zinssätze nach drei Senkungen im Jahr 2025 für eine gewisse Zeit unverändert zu lassen, um einen schwächelnden Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Der Neuseeländische Dollar (NZD) findet ebenfalls Unterstützung durch stärkere Erwartungen an eine Zinserhöhung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ). Jüngste Daten zeigten, dass die Wirtschaft im dritten Quartal wieder anzieht, was die Anzeichen einer moderaten Erholung nach einer längeren Phase der Schwäche verstärkt. RBNZ-Gouverneurin Anna Breman fügte hinzu, dass die Zinssätze voraussichtlich für einige Zeit auf dem aktuellen Niveau bleiben werden.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.