Das Paar USD/JPY gewinnt im frühen asiatischen Handel am Montag an Boden und nähert sich 156,75. Der japanische Yen (JPY) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD), da die Händler von dem langsamen und vorsichtigen Tempo der geldpolitischen Straffung der Bank of Japan (BoJ) enttäuscht sind.
Die BoJ hat ihren Leitzins bei ihrer geldpolitischen Sitzung im Dezember von 0,50% auf 0,75% angehoben, dem höchsten Niveau seit 30 Jahren. Allerdings gab die japanische Zentralbank keine spezifischen Hinweise auf das Tempo zukünftiger Erhöhungen, was den Markt enttäuschte und den JPY belastete.
Auf der anderen Seite wird erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinssätze im Jahr 2026 weiter senken wird, und US-Präsident Donald Trump drängt offen auf einen dovishen Zentralbankchef. Dies könnte wiederum den Greenback gegenüber dem JPY untergraben.
Trump sagte, dass er erwartet, dass der nächste Fed-Vorsitzende die Zinsen niedrig hält und niemals mit ihm "nicht einverstanden" ist. Diese Kommentare dürften die Bedenken unter Investoren und politischen Entscheidungsträgern hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve verstärken.
"Der größte Faktor für den Dollar im ersten Quartal wird die Fed sein," sagte Yusuke Miyairi, ein Devisenstratege bei Nomura. "Und es sind nicht nur die Sitzungen im Januar und März, sondern auch, wer der Fed-Vorsitzende sein wird, nachdem Jerome Powell seine Amtszeit beendet hat," fügte Miyairi hinzu.
Die Fed hat in diesem Jahr die Zinsen dreimal gesenkt, und die Händler erwarten zwei Zinssenkungen im nächsten Jahr. Die Finanzmärkte rechnen laut dem CME FedWatch-Tool mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 18,3%, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung im Januar die Zinsen senken wird.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.