TradingKey – Am zweiten Tag der Dreamforce-Konferenz in San Francisco kam es bei Salesforce (CRM) zu einem Ausfall in Teilen seiner Cloud-Software-Suite, wodurch Kunden nicht ordnungsgemäß auf die Dienste zugreifen konnten. Der führende Softwareanbieter, dessen Kernnarrativ sich um das Thema „Customer Relationship Management“ dreht, erlitt ausgerechnet während seiner wichtigsten Präsentationsveranstaltung für Kunden ein Problem bei der Dienstverfügbarkeit.
Den Informationen zur Vorfallsverfolgung auf der Statusseite von Salesforce zufolge trat das Problem erstmals um 7:50 Uhr UTC bzw. 3:50 Uhr EDT auf. Der damalige Systemhinweis gab an, dass Kunden in den drei Hauptbetriebsregionen des Unternehmens betroffen sein könnten, mit einem Schwerpunkt auf den USA. Das Problem äußerte sich in erheblichen Zugriffsverzögerungen, zeitweisen Fehlermeldungen und der Unerreichbarkeit bestimmter Dienste.
Um 6:56 Uhr EDT meldete Salesforce ein Update, wonach das Entwicklungsteam eine Lösung für das Problem identifiziert, in einer kontrollierten Umgebung erfolgreich getestet und verifiziert habe, dass die Störung dadurch behoben werde, und diese Lösung nun in allen Regionen ausrolle.
Der Zeitpunkt dieses Ausfalls war äußerst heikel. Die Dreamforce ist die jährliche Flaggschiff-Technologiekonferenz von Salesforce, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 2003 zu einer der wichtigsten Kommerz- und Marketingplattformen des Unternehmens entwickelt hat. Für einen Anbieter von Unternehmenssoftware, der sich seit Langem das Thema „Kundenerfolg“ auf die Fahnen geschrieben hat, trifft ein Dienstausfall während der Konferenz genau die Eigenschaft, die er seinen Kunden am meisten beweisen möchte: Plattformstabilität und -verfügbarkeit.
Zur Kundenliste von Salesforce gehören Berichten zufolge globale Konzerne verschiedener Branchen wie Amazon, Walmart, Coca-Cola, Toyota und IBM. Dieser Ausfall ist für das SaaS-Unternehmen somit ein weiterer bitterer Rückschlag.

Salesforce-Aktienkurschart, Quelle: TradingView
Blickt man auf den Aktienkurschart, bleibt der Aufwärtstrend von Salesforce relativ stark, hat jedoch derzeit eine Phase erreicht, in der der Widerstand an früheren Höchstständen bestätigt werden muss. Die vorangegangene Erholung sollte nicht mit einer neuen, ungehinderten Hauptaufwärtswelle gleichgesetzt werden.
Betrachtet man die Tageschart-Struktur, entwickelte CRM nach der Bildung eines periodischen Tiefs nahe 146,32 US-Dollar einen Erholungstrend mit höheren Tiefs und höheren Hochs. Der Kurs durchbrach nacheinander mehrere Fibonacci-Retracement-Levels sowie mittel- bis langfristige gleitende Durchschnitte, was darauf hindeutet, dass es sich bei dieser Erholung nicht nur um eine überverkaufte technische Gegenbewegung handelt, sondern um eine vollendete Trendwende.
Was die gleitenden Durchschnitte betrifft, liegen die 10-Tage-, 20-Tage-, 80-Tage- und 160-Tage-Linien alle unter dem aktuellen Kurs. Die kurz- und mittelfristigen gleitenden Durchschnitte tendieren insgesamt nach oben, wodurch die bullische Tagesstruktur intakt bleibt. Lediglich das ganz kurzfristige Momentum hat nachgelassen; der Kurs liegt derzeit unter dem 5-Tage-Durchschnitt (252,86 US-Dollar) und zeigt nach einer beschleunigten Aufwärtsbewegung einen Rücksetzer.
Eine Unterstützung nach unten liegt beim 0,786-Fibonacci-Retracement-Level (242,83 US-Dollar). Solange diese Marke und der 10-Tage-Durchschnitt (249,96 US-Dollar) halten, lässt sich dieser Rücksetzer eher als kurzfristige Konsolidierung innerhalb eines starken Trends definieren. Sollte die Marke von 242,83 US-Dollar fallen, wird sich die Erholungsdynamik spürbar abkühlen, und der Kurs könnte den 20-Tage-Durchschnitt (239,30 US-Dollar) erneut testen.
Auf der bullischen Seite wird erwartet, dass die Erholung – sofern der Kurs um 256,40 US-Dollar wieder nachhaltig Fuß fassen und die Marke von 269,11 US-Dollar effektiv nach oben durchbrechen kann – als nächstes Ziel das 1,272-Fibonacci-Extension-Level (302,51 US-Dollar) ansteuert.