AUD/USD handelt am Mittwoch in einer engen Spanne, da sich Anleger vor der geldpolitischen Ankündigung der Federal Reserve (Fed) mit größeren Positionierungen zurückhalten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert AUD/USD bei rund 0,7134 und damit kaum verändert im Tagesverlauf.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, hält sich nahe Zweimonatshochs bei rund 99,67.
Die Fed wird ihre Entscheidung um 18:00 GMT bekannt geben, gefolgt von der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh um 18:30 GMT. Die Märkte preisen eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) nahezu vollständig ein, wodurch sich die Zielspanne für die Federal Funds Rate auf 3,75%-4,00% erhöhen würde. Sollte dies eintreten, wäre es die erste US-Zinserhöhung seit Juli 2023.
Da die erwartete Maßnahme bereits in den Marktpreisen enthalten ist, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die aktualisierte Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, einschließlich des Dot Plot, sowie auf Warshs Äußerungen nach der Sitzung.
Die Inflation bleibt das Hauptanliegen der Fed, da die Entscheidungsträger daran festhalten, sie wieder auf das 2%-Ziel zurückzuführen. Ein Großteil des jüngsten Aufwärtsdrucks ist jedoch auf die gestiegenen Ölpreise infolge des Krieges im Nahen Osten zurückzuführen. Die Märkte werden daher darauf achten, ob die Fed die erwartete Zinserhöhung als einmalige Reaktion auf den energiegetriebenen Anstieg der Inflation darstellt oder signalisiert, dass weitere Erhöhungen wahrscheinlich sind.
Die Reaktion des US-Dollars könnte stärker von diesen künftigen geldpolitischen Signalen abhängen als von der weithin erwarteten Zinserhöhung selbst. Eine hawkische Botschaft, die auf weitere Straffungen hindeutet, könnte den Greenback stärken und AUD/USD nach unten drücken. Umgekehrt könnte eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt, begleitet von vorsichtigen oder datenabhängigen Vorgaben, den US-Dollar belasten und dem Paar zu einer Erholung verhelfen.
Dennoch könnten die Verluste des australischen Dollars (AUD) begrenzt bleiben, da die Reserve Bank of Australia (RBA) an einer hawkischen Haltung festhält. Die australische Zentralbank beließ ihren Leitzins im August unverändert bei 4,35%, warnte jedoch, dass eine weitere Erhöhung möglich sei, falls die Inflation nicht nachlasse.
Zum 15. September wurde der ASX 30-Day Interbank Cash Rate Futures-Kontrakt für Oktober 2026 bei 95,455 gehandelt, was eine Wahrscheinlichkeit von 78% impliziert, dass die RBA den Leitzins auf ihrer Sitzung am 29. September um 25 Basispunkte auf 4,60% anheben wird. Eine Zinserhöhung würde die Zinsdifferenzen weiterhin zugunsten des australischen Dollars wirken lassen.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) legt die Geldpolitik des Landes fest und strebt eine Inflationsrate von 2-3 % an. Zinssatzerhöhungen stärken in der Regel den australischen Dollar, während Zinssenkungen ihn schwächen.
Traditionell galt Inflation als nachteilig für Währungen, da sie den Wert des Geldes mindert. In modernen Volkswirtschaften hat sich jedoch gezeigt, dass moderate Inflation zu Zinserhöhungen durch Zentralbanken führt, was wiederum Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anzieht. Investoren suchen nach höheren Renditen, was die Nachfrage nach der lokalen Währung – im Fall Australiens den Australischen Dollar – stärkt.
Makroökonomische Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der Einkaufsmanagerindex (PMI) haben direkten Einfluss auf die Währungen eines Landes. Eine starke Wirtschaft zieht Kapital an und stärkt die heimische Währung.
Quantitative Lockerung (QE) ist ein geldpolitisches Instrument, das in Krisenzeiten eingesetzt wird, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um die Kreditvergabe in der Wirtschaft wieder anzukurbeln. Die Reserve Bank of Australia (RBA) nutzt QE, indem sie australische Dollar druckt, um damit Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Finanzinstituten aufzukaufen. Damit wird den Banken dringend benötigte Liquidität zur Verfügung gestellt. Eine solche Maßnahme führt in der Regel zu einer Abwertung des australischen Dollars.
Quantitative Straffung (QT) stellt das Gegenstück zur quantitativen Lockerung (QE) dar und wird eingeleitet, sobald sich die Wirtschaft erholt und die Inflation wieder anzieht. Während die Reserve Bank of Australia (RBA) im Rahmen der QE Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft, um den Finanzmärkten Liquidität zuzuführen, beendet sie bei QT diese Käufe und reinvestiert nicht in fällige Anleihen. Diese geldpolitische Maßnahme wird in der Regel als positiv für den australischen Dollar bewertet.