Die Dow-Jones-Futures steigen um 0,14% und notieren während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch nahe 52.190. Gleichzeitig legen die S&P-500-Futures um 0,21% auf rund 7.600 zu, während die Nasdaq-100-Futures um 0,42% auf nahe 29.080 steigen.
Die US-Aktienfutures verzeichnen vor der später am Tag anstehenden Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) moderate Gewinne. Dennoch dürfte die Handelszurückhaltung anhalten, da die Finanzmärkte eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der geldpolitischen Sitzung im September stark erwarten. Ein solcher Schritt würde den maßgeblichen Tagesgeldsatz auf eine Spanne zwischen 3,75% und 4,00% anheben.
Laut dem CME FedWatch-Tool preisen Marktteilnehmer eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 92,5% für diesen Viertelprozentpunkt-Schritt ein, verbunden mit der Erwartung, dass die Zentralbank in naher Zukunft weitere Zinserhöhungen signalisieren wird.
Diese vorsichtige Dynamik folgt auf eine schwache Sitzung am Dienstag an der Wall Street, in deren Verlauf der Dow Jones um 0,3% fiel, der S&P 500 um 0,45% nachgab und der Nasdaq Composite mit einem Rückgang von 0,78% die Verluste anführte. Aktien gerieten aufgrund stark steigender Rohölpreise und höherer Treasury-Renditen breit unter Druck. Der Ausverkauf traf besonders zinssensitive Sektoren, wobei hochwachstumsstarke KI-Hyperscaler angesichts steigender Finanzierungskosten die Hauptlast der Marktbelastung trugen.
Händler sahen sich weiterhin mit zunehmenden Sicherheitsbedenken rund um die Entwicklung künstlicher Intelligenz konfrontiert. Trotz dieser regulatorischen Sorgen wies Nvidia-CEO Jensen Huang diese zurück und argumentierte, dass zusätzliche Sicherheitsvorschriften für KI unnötig seien. Er merkte an, dass Marktkräfte Technologieunternehmen ganz natürlich dazu anreizen, sicher zu innovieren, ohne dass ein offizielles Eingreifen der Regierung erforderlich sei.
Analysten der Deutschen Bank beobachten, dass sich die Märkte nach der jüngsten Volatilität über Nacht "etwas stabilisiert haben", warnen jedoch, dass die Fed nun "in den Mittelpunkt rücken wird". Sie weisen darauf hin, dass Anleger derzeit "heute Morgen eine Wahrscheinlichkeit von 94% einpreisen, dass sie heute ihre erste Zinserhöhung seit 2023 vornehmen werden", was unterstreicht, wie fest ein solcher Schritt vor der Entscheidung erwartet wird.
Strategen der Deutschen Bank heben hervor, dass der anhaltende Verkaufsdruck bei länger laufenden Papieren "den Druck auf Anleihen aufrechterhielt", wobei die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um "1,5 Basispunkte" stieg und im Handel "über ihr intraday-Hoch von 2023 ausbrach und kurzzeitig ein Hoch seit 2007 von 5,04% erreichte, bevor sie zum Handelsschluss wieder auf 5,00% zurückfiel." Sie merken an, dass diese jüngste Bewegung verdeutlicht, wie schnell die Renditen angesichts des höheren Fed-Zinsumfelds, das länger anhalten dürfte, nach oben neu bewertet wurden.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.