Silber (XAG/USD) erholt sich am Mittwoch und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 64,00 USD pro Feinunze, was einem Tagesplus von 1,32% entspricht. Das graue Metall macht damit einen Teil seiner jüngsten Verluste wieder wett, da Anleger ihre Positionen vor der mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve (Fed) anpassen, die für 18:00 GMT angesetzt ist.
Die Märkte rechnen weithin mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps), wodurch sich die Zielspanne für die Federal Funds Rate auf 3,75%-4,00% erhöhen würde. Ein solcher Schritt wäre die erste Zinserhöhung der US-Notenbank seit Juli 2023.
Die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik haben sich angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks in den Vereinigten Staaten (US) verstärkt, der teilweise durch den Energieschock infolge des Konflikts im Nahen Osten angeheizt wird. Gleichzeitig verschafft die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft der Fed mehr Spielraum, um gegen die Inflation vorzugehen. Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im August um 1,2% gegenüber dem Vormonat und übertrafen damit die Erwartungen eines Anstiegs um 0,8% sowie die Erholung von einem Rückgang um 0,5% im Juli.
Da eine Zinserhöhung bereits weitgehend eingepreist ist, dürfte die Reaktion von Silber vor allem von der Botschaft abhängen, die die Entscheidung begleitet. Anleger werden die geldpolitische Erklärung, die aktualisierten Wirtschaftsprognosen der Fed und die für 18:30 GMT angesetzte Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh genau verfolgen.
Die Märkte werden insbesondere darauf achten, ob die Entscheidungsträger signalisieren, dass der Straffungszyklus weitergehen könnte. Laut dem CME FedWatch Tool sehen Anleger eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 79%, dass die Fed bis zum Jahresende mindestens zwei Zinserhöhungen vornehmen wird.
Die Aussicht auf länger anhaltend höhere Zinsen stellt einen Gegenwind für Silber dar, da das Metall keine Rendite abwirft. Höhere Zinssätze stützen in der Regel die Renditen von US-Staatsanleihen und erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von Edelmetallen. Die Benchmark-Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen notiert bei rund 5,00%, nachdem sie am Dienstag mit 5,04% den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte.
Der US-Dollar (USD) bleibt vor der Fed-Entscheidung ebenfalls fest und könnte damit das Aufwärtspotenzial von Silber begrenzen. Ein stärkerer US-Dollar macht in USD denominierte Metalle für Anleger, die andere Währungen halten, in der Regel teurer.
Vor diesem Hintergrund könnte die Richtung von Silber weniger von der weithin erwarteten Zinserhöhung selbst abhängen als vielmehr von der Fed-Kommunikation zum weiteren Kurs. Eine Botschaft, die auf weitere Zinserhöhungen hindeutet, könnte die Renditen von US-Staatsanleihen und den US-Dollar stützen und damit das graue Metall unter Druck setzen. Umgekehrt könnte ein fehlendes klares Bekenntnis zu weiteren Straffungen Silber ermöglichen, seine Erholung auszuweiten.
Im Ein-Stunden-Chart notiert XAG/USD bei 64,46 USD. Das Paar hält sich über dem 100-Stunden-Simple Moving Average (SMA) bei 63,88 USD, handelt aber weiterhin unter dem 200-Stunden-SMA bei 65,18 USD, was den intraday-Ton neutral bis leicht konstruktiv hält, während sich der Preis zwischen diesen Trendfiltern konsolidiert. Der Relative Strength Index (14) nahe 57 deutet auf ein leicht positives Momentum hin und signalisiert, dass die Käufer einen moderaten Vorteil behalten, solange das Metall oberhalb der nahegelegenen Unterstützungsniveaus bleibt.
Auf der Abwärtsseite liegt die erste Unterstützung bei 64,30 USD, vor einer tieferen horizontalen Untergrenze bei 63,95 USD und dem 100-Stunden-SMA, der sich knapp darunter bei 63,88 USD bündelt, wo erneut Kaufinteresse bei Rücksetzern auftreten könnte. Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand bei 64,95 USD, während der 200-Stunden-SMA bei 65,18 USD und eine höhere horizontale Barriere bei 65,40 USD eine dichte Angebotszone bilden, die XAG/USD überwinden muss, um eine Erholung in Richtung höherer Niveaus fortzusetzen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mit Hilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)