TradingKey – Im vorbörslichen US-Handel am 14. September fiel Nokia bis Redaktionsschluss (NOK) um über 9 % auf 10,05 US-Dollar. Die an der Börse Helsinki notierten Stammaktien des Unternehmens fielen im selben Zeitraum um fast 9 %, wobei das Ausmaß der Kursabschläge an beiden Handelsplätzen nahezu identisch war.

[Quelle: TradingView]
Im selben Zeitraum gaben Marvell Technology (MRVL), Intel (NVDA), Micron (MU) und Corning (GLW) sowie weitere Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte deutlich nach, während die Futures auf den Nasdaq 100 Index zeitweise um etwa 1,5 % fielen.
Zuvor hatte Anthropic-CEO Dario Amodei gefordert, das Tempo bei der Leistungssteigerung von Frontier-KI-Modellen zu drosseln, um mehr Zeit für Sicherheitsforschung und externe Evaluierungen einzuräumen. OpenAI-CEO Sam Altman und Elon Musk bekundeten anschließend ihre Unterstützung.
Die Aussagen veranlassten den Markt zu einer Neubewertung des Entwicklungstempos von Frontier-Modellen und rückten die Nachfrageaussichten für den Bau von KI-Rechenzentren sowie für Chips, optische Netzwerke und Switching-Geräte in den Fokus.
Nokia beteiligt sich über seine optischen Netzwerke, IP-Routing, Rechenzentrum-Switching und Interconnect-Produkte am Aufbau der KI-Infrastruktur. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz mit KI- und Cloud-Kunden erheblich und entwickelte sich zu einem wesentlichen Wachstumstreiber für den Geschäftsbereich Netzinfrastruktur des Unternehmens.
Im Laufe des Quartals erreichte der Umsatz von Nokia mit KI- und Cloud-Kunden 446 Millionen Euro, was einem Anstieg von 103 % gegenüber dem Vorjahr beziehungsweise 105 % auf währungsbereinigter Basis entspricht. Der Auftragseingang von KI- und Cloud-Kunden belief sich auf 2,8 Milliarden Euro, wobei sich das Unternehmen langfristige Aufträge sowohl im Geschäftsbereich Optische Netzwerke als auch bei IP-Netzwerken sicherte. Nokia rechnet damit, dass etwa die Hälfte dieser Aufträge in den nächsten 12 Monaten in Umsatz umgewandelt wird.
Der Umsatz des Nokia-Geschäftsbereichs Netzinfrastruktur belief sich im Quartal auf 2,037 Milliarden Euro, was sowohl auf berichteter als auch auf währungsbereinigter Basis einem Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon wuchsen die Umsätze in den Bereichen Optische Netzwerke und IP-Netzwerke auf währungsbereinigter Basis um 20 % beziehungsweise 16 %.
Das Unternehmen rechnet für 2026 mit einem währungs- und konsolidierungskreisbereinigten Umsatzwachstum im Bereich Netzinfrastruktur von 12 % bis 14 %, wobei Optische Netzwerke und IP-Netzwerke zusammen um 18 % bis 20 % zulegen sollen. Nach technischen Anpassungen aufgrund der Einstufung zweier Geschäftsbereiche als aufgegebene Geschäftsbereiche liegt die Prognose für das vergleichbare operative Ergebnis des Gesamtjahres bei 2,1 Milliarden bis 2,6 Milliarden Euro, während die operativen Erwartungen unverändert bleiben.
Künftig werden sich Anleger auf die Umsatzumwandlung der Aufträge von KI- und Cloud-Kunden im Wert von 2,8 Milliarden Euro, den Kapazitätsausbau bei optischen Netzwerken sowie die Investitionspläne der KI- und Cloud-Kunden konzentrieren. Auftragsliefergeschwindigkeit und Lieferkapazität werden wesentliche Faktoren sein, die das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich Netzinfrastruktur beeinflussen.