USD/JPY erholt sich, nachdem es am Vortag leichte Verluste verzeichnet hatte, und handelt während der europäischen Handelsstunden am Montag um 154,60. Das Währungspaar legt zu, da der US-Dollar (USD) inmitten steigender Ölpreise und wachsender Wetten auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) an Wert gewinnt.
Der Greenback erhält Unterstützung durch die Vorsicht am Markt angesichts der Befürchtungen einer lang anhaltenden Nahostkrise, die die Ölpreise auf hohem Niveau gehalten und der Weltwirtschaft einen inflationären Schock versetzt hat. Die Rohölpreise erholten sich in Richtung nahezu viermonatiger Höchststände, nachdem ein Drohnenangriff Saudi-Arabien dazu zwang, eine wichtige Rohölpipeline stillzulegen, eine entscheidende Route, die traditionell genutzt wird, um die Straße von Hormus zu umgehen.
Darüber hinaus haben jüngste Daten des US Bureau of Labor Statistics den Druck auf die Federal Reserve verstärkt, die Geldpolitik weiter zu straffen. Das CME FedWatch Tool zeigt, dass die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 87% für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt bei der nächsten Sitzung eingepreist haben, deutlich mehr als 59% in der Vorwoche.
Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im August gegenüber dem Vormonat um 0,4% und trieb den Anstieg über zwölf Monate auf 3,4%. Unterdessen legte der Kern-CPI monatlich um 0,3% zu und übertraf damit sowohl den vorherigen als auch den prognostizierten Anstieg von 0,2%.
Allerdings könnte das Aufwärtspotenzial des Währungspaares USD/JPY begrenzt sein, da der japanische Yen (JPY) Rückenwind aus einem sich wandelnden Marktumfeld erhalten könnte, das durch Erwartungen einer schnelleren geldpolitischen Straffung der Bank of Japan (BoJ), die Auflösung von Carry Trades und verstärkte Kapitalrückführungen durch inländische Marktteilnehmer geprägt ist. Die Märkte erwarten, dass die Zentralbank die Kreditkosten auf 1,25% anheben wird, um anhaltendem Preisdruck entgegenzuwirken, wodurch die Zinsen auf einen Höchststand steigen würden, der seit über drei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.