Ripple (XRP) fällt den zweiten Tag in Folge und notiert am Freitag bei 1,37 Dollar. Der breitere Kryptomarkt bleibt fragil, während Anleger die Folgen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten abwägen. Diese haben die Rohölpreise weiter steigen lassen und zugleich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und das Rote Meer eingeschränkt.
Der Fokus richtet sich zudem auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) durch das US-Arbeitsministerium am Freitag. Die Daten könnten die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am kommenden Mittwoch maßgeblich beeinflussen.
Der Kryptomarkt reagiert weiterhin sehr empfindlich auf veränderte Erwartungen an die US-Konjunktur. Ein höher als erwarteter CPI-Bericht würde darauf hindeuten, dass Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt ein Problem bleibt, und damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Notenbank erhöhen. Ein schwächer als erwarteter Bericht würde dagegen die Argumente für unveränderte Zinsen oder eine lockerere Geldpolitik stärken.
„Mit Blick auf die näher rückende FOMC-Sitzung sind die PPI-Daten am Donnerstag und die CPI-Daten am Freitag wichtige Auslöser für Volatilität. Zugleich kommt mit der Cloture-Abstimmung im Senat zum CLARITY Act am 15. September ein kryptospezifisches Risikoereignis hinzu“, heißt es in einem Bericht von K33 Research.
Das Interesse an XRP ist seit der Rally auf 1,70 Dollar im August vergleichsweise intakt geblieben. Das zeigt sich am wachsenden Angebot, das von Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 1 Million XRP gehalten wird. Diese Gruppe kam am Donnerstag auf rund 9,4 % des gesamten umlaufenden Angebots, nach etwa 9,3 % am 3. September. Obwohl Wallets mit 1 Million bis 10 Millionen XRP nach dem Anstieg von 1,00 auf 1,70 Dollar verkauften, um Gewinne zu realisieren, scheint sich der aktuelle Ausblick bei 5,8 % des Gesamtangebots stabilisiert zu haben. Eine anhaltende Nachfrage nach XRP wäre nötig, um den Rückenwind zu verstärken und kräftigere Ausbruchsversuche zu ermöglichen.

XRP-Angebotsverteilung | Quelle: Santiment
Auch die institutionelle Nachfrage nach in den USA gelisteten Spot-ETFs bleibt stabil. Die Zuflüsse stiegen am Mittwoch auf rund 12 Millionen Dollar, nach 1,5 Millionen Dollar am Vortag. Die kumulierten Zuflüsse wachsen allmählich und liegen im Schnitt bei 1,7 Milliarden Dollar, während das verwaltete Nettovermögen 1,5 Milliarden Dollar beträgt.

XRP-ETF-Flüsse | Quelle: SoSoValue
XRP handelt oberhalb von 1,37 Dollar und behält trotz des laufenden Rückzugs vom August-Hoch bei 1,70 Dollar kurzfristig eine konstruktive Tendenz. Der Token hält sich weiter über den wichtigen exponentiell gleitenden Durchschnitten. Der 200-Tage-EMA bietet dabei eine unmittelbare dynamische Unterstützung im Bereich von 1,36 Dollar.
Der Relative-Stärke-Index bewegt sich im mittleren 50er-Bereich und deutet auf ein ausgeglichenes, leicht positives Momentum hin. Der MACD ist dagegen in negatives Terrain gerutscht. Das spricht dafür, dass der jüngste Rücksetzer weiterhin korrektiven Charakter hat und keine vollständige Trendwende darstellt, solange der Kurs über den wichtigsten EMAs bleibt.

XRP/USDT-Tageschart
Die erste Unterstützung liegt am 200-Tage-EMA nahe 1,36 Dollar. Darunter folgen weitere Auffangzonen am 50-Tage-EMA um 1,27 Dollar und am 100-Tage-EMA nahe 1,24 Dollar, wo Käufer bei einer stärkeren Korrektur wieder auftreten dürften. Auf der Oberseite liegt die nächste Hürde beim Angebot um 1,40 Dollar, gefolgt vom Parabolic SAR bei etwa 1,58 Dollar. Ein Tagesschluss über dieser Marke würde das Aufwärtspotenzial wieder öffnen und das bullische Szenario stärken. Gelingt der Ausbruch nicht, könnte XRP weiter innerhalb der aktuellen Spanne oberhalb des EMA-Bündels konsolidieren.