Das Mitglied des EZB-Rats und Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, sagte am Freitag, dass die Zentralbank gut positioniert sei, um auf die stark steigenden Energiepreise zu reagieren. Nagel fügte hinzu, dass sich die EZB vor der geldpolitischen Sitzung im September nicht auf bestimmte geldpolitische Schritte festlegen sollte.
Zentralbank gut positioniert, um die kommenden Entwicklungen genau zu verfolgen.
Wir sehen uns weiterhin mit großer Unsicherheit konfrontiert.
Die Zinserhöhung im Juni hat uns bereits in eine gute Position gebracht, von der aus wir die weiteren Entwicklungen genau beobachten können.
Wir sehen im Nahen Osten, dass die Lage weiterhin äußerst fragil bleibt.
Die EZB sollte sich in der Zwischenzeit nicht auf bestimmte geldpolitische Schritte festlegen.
Stattdessen sollte sie die Vielzahl der bis zur nächsten Sitzung im September eingehenden Daten analysieren.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt das Paar EUR/USD 0,08% höher und notiert bei 1,1381.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.