Euro hält gegenüber dem britischen Pfund stabil, während Händler auf die HICP-Daten der Eurozone warten

Quelle Fxstreet
  • EUR/GBP verharrt nahe 0,8645 in der frühen europäischen Sitzung am Dienstag.
  • Der HVPI-Inflationsbericht der Eurozone wird am Dienstag genau beobachtet.
  • Händler haben aggressive Zinserhöhungserwartungen der BoE zurückgeschraubt.

Das EUR/GBP-Paar notiert während der frühen europäischen Handelsstunden am Dienstag nahezu unverändert bei rund 0,8645. Händler ziehen es vor, sich vor der vorläufigen Veröffentlichung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone, die später am Dienstag veröffentlicht wird, zurückzuhalten.

Der HVPI-Inflationsbericht der Eurozone könnte einige Hinweise auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geben. Die Gesamtinflation wird für Mai voraussichtlich auf 3,2 % im Jahresvergleich steigen, nach 3,0 % im April. Sollte der Bericht heißere als erwartete Ergebnisse zeigen, könnte dies den Euro (EUR) gegenüber dem Britischen Pfund (GBP) kurzfristig stärken.

Die Märkte preisen nun eine hohe Wahrscheinlichkeit von nahezu 92 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bei der nächsten EZB-Sitzung am 11. Juni ein, was den Leitzins der Einlagenfazilität auf 2,25 % anheben würde, sowie eine 50%ige Chance für eine weitere Zinserhöhung im September dieses Jahres, so das ECB Watch Tool.

Auf der britischen Seite sagte BoE-Gouverneur Andrew Bailey am Freitag, dass die britische Zentralbank keine Eile habe, die Zinsen anzuheben, solange der Ausgang des Iran-Kriegs ungewiss sei und das Wachstum im Vereinigten Königreich schwach bleibe. Die Geldmarkt-Futures implizieren nun 32 Basispunkte (bps) Straffung in diesem Jahr, eine Viertelpunkt-Erhöhung, und etwa eine 30%ige Chance auf eine zweite, so Reuters.

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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